Wohnen im Minihaus auf 20 Quadratmetern | hochschulenhoch3

Wohnen im Mini-Haus auf 20 Quadratmetern

25. Oktober 2018 – Michaela Sigler will demnächst in ihr 20 Quadratmeter großes Tiny-Haus einziehen, das derzeit in der Werkstatt von Michael Trost in Biberach gebaut wird. Sie will sich räumlich verkleinern. Studierende sind aber die ideale Zielgruppe: Sie könnten es sich in dem kleinen Häuschen ebenfalls gemütlich einrichten. Das Konzept von Michael Trost hat die Krankenschwester und Kunsttherapeutin überzeugt. Er ist einer von wenigen Mini-Haus-Bauern in der Region.

Mini-Haus für unterwegs

Trost ist Verfahrenstechniker und technischer Zeichner und hat sich auf den Bau von ultraleichten Tiny-Häusern und Modulhäusern spezialisiert. Das Mini-Haus von Michaela Sigler ist der Prototyp für ein mobiles Haus auf einem Anhänger. Wer zum Beispiel ein Grundstück nur gemietet hat, kann mit dem Haus umziehen. "Das ist die Ursprungsidee aus Amerika", sagt Trost. Man könne das Haus auch fest installieren und an Wasser- und Stromversorgung anschließen.

Siglers Haus ist jedoch autark. Strom, unter anderem für die Infrarotheizung, erzeugt eine Photovoltaikanlage. Warmwasser wird über eine Parabolbrennkammer bereitet. Die Mini-Haus-Besitzerin will zudem einen Holzofen mit Backfunktion aufstellen. Möglich wäre, je nach Standort, eine Kleinwindanlage, die ein bis zwei Kilowatt Strom erzeugen kann, erklärt der Fachmann. Für alle Fälle steht ein Notstromaggregat bereit.

Nachhaltig gebaut

Auch bei der Wasserversorgung setzt Trost auf das Prinzip der Unabhängigkeit. Es gibt eine Brauchwasseranlage, die 500 Liter reinigen kann. 300 Liter fasst der Frischwassertank, der nachgefüllt werden muss. Für die Toilette gibt es zwei Alternativen: ein Trocken-WC oder eine Toilette mit Thermokomposter.

Für Trost zählt bei den Baustoffen die Gesamtbilanz: Wie viel Energie hat die Herstellung verbraucht, wie sind die Materialien recyclebar. Er arbeitet mit Kunststoffen wie Polyurethanschaum für die Dämmung oder Aluminium für die Tragerahmen. Die Innenwände will die Bauherrin mit Holz verkleiden. 3,5 Tonnen inklusive Hänger soll das Tiny- Haus wiegen. Der Grundpreis liegt bei 65 000 Euro.

Ein sechs Quadratmeter großer Wintergarten, der ganzjährig nutzbar ist, erweitert die Grundwohnfläche. Worauf Sigler auch künftig nicht verzichten will, ist der Inhalt von sieben Bücherkisten und eine elektronische Orgel. Auch Kater Peterle darf mit einziehen.

 

Text: Bärbel Kistner, Foto: Mario Berger