StuV HHN, Campus Schwäbisch Hall | hochschulenhoch3

„Wir sollen alle ordentlich studieren, nicht feiern und Spaß haben.“

Daniel Pohlmeyer und Viktor Kraev, Studierendenvertretung Hochschule Heilbronn, Campus Schwäbisch Hall

Daniel Pohlmeyer und Viktor Kraev von der Studierendenvertretung am Campus Schwäbisch Hall sind sich einig: Hall ist viel zu klein, um eine Studentenstadt zu werden. „Wir sollen alle ordentlich studieren, nicht feiern und Spaß haben“, sagt Viktor grinsend. Beide mögen ihren Campus. Fast alle kennen sich mit Namen, in den Vorlesungen sitzen so viele Zuhörer wie Schüler in einer Schulklasse. Klein und familiär fühlt es sich in Hall an.

Zu teure Wohnungen, viel zu viele Pendler

Dennoch: Die Studierendenvertreter haben Kontakt zur Stadt und zum Bürgermeister. Sie wollen sich für ihre Interessen stark machen. „Man muss sich engagieren, sonst tut sich ja hier gar nichts“, sagt Daniel nüchtern. Größte Knackpunkte in ihren Augen: Der Wohnungsmarkt und die Verkehrssituation in Schwäbisch Hall. 300 Euro Warmmiete für ein kleines WG-Zimmer ist zu viel, deshalb pendeln alle mit ihren Autos an die Hochschule. Das Parkhaus am Campus platzt aus allen Nähten. Busse sind keine Alternative, viele kommen von außerhalb.

Touristen im Fokus

Bürgermeister Hermann-Josef Pelgrim möchte die Stadt interessanter für Studierende machen. So hieß es zumindest beim letzten Termin der Studierendenvertreter im Rathaus. Viele Möglichkeiten für Neues gebe es aber nicht. „Pelgrims Argument: Kino, Restaurants, Bars, Kneipen, Freizeitangebote – in Schwäbisch Hall gibt es alles. Das stimmt auch, aber alle Angebote sind auf Familien und Touristen ausgelegt. Wir fühlen uns nicht mitgenommen“, kritisiert Viktor. Dabei könnte es so einfach sein, indem man bestehende Angebote auch an Studierende vermarktet: Im Kino einen Studentenabend, in den Bars Studentenpreise. Daniel: „Uns fehlt auch eine feste Anlaufstelle, wo man sich nachmittags außerhalb vom Campus mal trifft.“ Gerade bei den wenigen Studierenden, die es in Schwäbisch Hall gibt, würde sich das schnell als fester Treffpunkt etablieren. „Wir haben an eine Studentenbar gedacht. Das ist bisher nur eine Idee, es gibt dazu noch kein Konzept. Daran arbeiten wir jetzt.“ Dass das Rathaus von sich aus mit Vorschlägen kommt, glauben die beiden Studenten nicht. Dort stünden die Touristen im Fokus.