StuV DHBW Mosbach | hochschulenhoch3

„Wir versuchen zu machen, was geht.“

Philipp Hartmann, Philipp Müller, Waldemar Kindler, Studierendenvertretung DHBW Mosbach

Die Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) hat insgesamt zwölf Standorte – einer davon im kleinen beschaulichen Mosbach. „Natürlich wären viele von uns lieber in Stuttgart, als hier in diesem Nest“, gibt Waldemar Kindler, Mitglied der Studierendenvertretung (StuV), unumwunden zu. „Wir machen das beste draus. Immerhin stellen wir ein ordentliches Angebot an Freizeitaktivitäten zusammen.“ Pub Quiz, Bier Pong, Karaoke-Abende in Mosbacher Kneipen – diese Formate sind zum Selbstläufer geworden. Deshalb glaubt er: Einmal in Mosbach angekommen, sind die meisten zufrieden. Immerhin bietet „so ein kleines Nest“ wie Mosbach auch so manche Vorteile: Niemand ist hier anonym. Wenn man abends Lust auf ein Bier hat, trifft man in der Bar Ludwig oder in der Kneipe Tante Gerda immer Leute von der Hochschule, die man kennt. „WG-Partys gibt es eigentlich auch immer irgendwo. Wir verabreden uns in Facebook-Gruppen oder über Jodel.“ Auch an den Wochenenden ist selten tote Hose: Samstagabends mal nach Heidelberg – kein Problem. „Wir haben uns auch schon Busse gemietet, um aufs Frühlingsfest nach Stuttgart zu fahren“, erzählt Philipp. Es geht also was in Mosbach, wenn auch nicht auf dem Silbertablett serviert.

Unter Generalverdacht

Zwischen Mosbacher Bürgern und Studierenden knirscht es hin und wieder. Die Mosbacher sind nicht gut auf die Studierenden in ihrer Stadt zu sprechen, darin sind sich die Studenten einig. „Wir stehen eigentlich immer unter Generalverdacht, wenn es irgendwo mal laut ist. Auch wenn kein Student was damit zu tun hat“, beklagt Waldemar. Häufig gebe es bei WG-Partys Probleme mit den Nachbarn. Sonstige Kontakte – Fehlanzeige. Die duale Hochschule ist in den vergangenen zehn Jahren sehr schnell gewachsen, sagt Philipp. Seine Vermutung: Das ging vielen Mosbachern zu schnell.

Arbeitskreis mit Stadt und dualer Hochschule

„Ein Ärgernis für uns Studierende war, dass die Stadt eine Zweitwohnsitzsteuer eingeführt hat“, erzählt Waldemar. „Das wurde einfach so beschlossen, niemand hatte zuvor mit uns gesprochen.“ Heute stehen die Stadt und Studierendenvertreter in gutem Kontakt: Es gibt einen Arbeitskreis aus Rathausmitarbeitern, dem Rektorat der dualen Hochschule und Studierendenvertretern. „Wir machen Vorschläge, was man alternativ zur Zweitwohnsitzsteuer tun kann. Außerdem wollen wir, dass Mosbach mehr für Studierende zu bieten hat“, erklärt Niklas. Die Wunschliste ist lang: Ein nettes Restaurant in der Stadtmitte, mehr Parkplätze, mehr Zug- und Busverbindungen. Außerdem sollte es mehr Extra-Partys in Clubs geben. „Wir versuchen zu machen, was geht“, sagt Philipp. Alles stehe und falle mit dem Engagement der Studierenden.