Die StuV HN erzählt, woran es in Heilbronn fehlt | hochschulenhoch3

„Unter uns Studenten hat die Innenstadt den Ruf, tot zu sein.“

Niklas Anner und Michael Orologas, Studierendenvertretung Hochschule Heilbronn, Campus Sontheim und Campus am Europaplatz

 

Seit Anfang der 1960er Jahre gibt es in Heilbronn die Hochschule. Längst sind die Anwohner an Studierende gewöhnt, auch in der Stadt ist strukturell vieles auf die studentischen Bewohner ausgerichtet: Es gibt mehrere Studentenwohnheime, in manchen Geschäften gibt es mit Studentenausweis schon mal etwas günstiger, der eine oder andere Club veranstaltet Studentenpartys. Dennoch: Wenn es darum geht, Heilbronn attraktiver für Studierende zu machen, ist noch viel Luft nach oben – davon sind Niklas Anner und Michael Orologas von der Studierendenvertretung überzeugt.

Nach der Party fährt kein Bus mehr

Nachholbedarf sehen sie vor allem bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. „Es müsste eine bessere Anbindung von den Studentenwohnheimen in die Stadt geben. Außerdem müssten auch viel mehr Nachtbusse fahren. Wenn man abends mal weggehen will, kommt man nicht mehr heim“, kritisiert Niklas. Er kann sich auch einen städtischen Fahrradverleih in der Innenstadt gut vorstellen. Michael fände eine bessere Anbindung mit Bus oder Bahn nach Künzelsau und Schwäbisch Hall sinnvoll. „Es wäre so wichtig, dass wir uns auch mit den anderen Hochschulstandorten besser vernetzen.“ Eine Fahrt nach Heilbronn komme Kommilitonen aus Künzelsau einem Tagesausflug gleich.

Auch in Heilbronns Innenstadt sollte an vielen Stellen der Hebel angesetzt werden, um das Image der Stadt aufzupolieren: Mehr individuelle Events und Gastronomie, Clubs und Kneipen mit mehr Angeboten für Studierende, vielleicht auch eine Street-Art-Zone – all das wäre toll, um Heilbronn zu beleben. Niklas: „Unter uns Studenten hat die Innenstadt den Ruf, tot zu sein. Und aus diesem Grund zieht es auch niemanden dort hin. Die Katze beißt sich in den Schwanz.“ So oft werde betont, dass der Arbeitsmarkt und der Bildungssektor in Heilbronn spitzenmäßig sind. Bei städtischem Flair und guten Freizeitangeboten sehe es dagegen mau aus.

Kein Mut, um Neues anzupacken

Niklas ist nicht nur bei der Studierendenvertretung an der Hochschule aktiv, er engagiert sich auch im Jugendgemeinderat in Heilbronn. Er glaubt zu wissen, wo es kommunalpolitisch hakt. „Was die Wohnungsnot angeht, kennt im Gemeinderat jeder die Probleme. Aber niemand hat den Mut, einfach mal etwas Neues zu versuchen. Diese Mentalität gibt es nicht. Bei Musik, Kunst und Kultur verstehen im Rathaus viele Leute unsere Interessen nicht, weil sie sich nicht damit identifizieren können.“