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Von Malaysia nach Heilbronn

3. April 2018 – Syaza Diyana Khairuddin studiert International Business an der Management and Science University (MSU) in Malaysia. Als Austauschstudentin verbringt sie ein Semester am Campus am Europaplatz in Heilbronn. Mit welchen Eindrücken fliegt sie zurück in ihre Heimat? Wir haben mit ihr gesprochen.

Syaza, was hat dich am meisten überrascht, als du im August vergangenen Jahres nach Heilbronn gekommen bist?

Syaza: Als erstes war mir aufgefallen: Hier wird zuerst gearbeitet, danach hat man Freizeit, trifft sich mit Freunden, pflegt seine Hobbies. Ich kenne es von Malaysia anders: Dort arbeitet man und tut Dinge, die einem Spaß machen. Das läuft parallel. Und sonntags haben alle Geschäfte geöffnet. Hier ist fast alles zu, darauf musste ich mich erst einmal einstellen.

Syaza in Köln
Syaza hat die Zeit in Deutschland genutzt, um in ganz Europa zu reisen. Auf dem Bild ist sie in Köln.

Was hat dich am meisten beeindruckt?

Syaza: Weihnachten fand ich wirklich toll, vor allem die Weihnachtsmärkte. Die gibt es bei uns nicht. Ich selbst bin Muslima, in Malaysia gibt es noch Hindus und Buddhisten. Weil alle so eng beieinander wohnen, werden auch alle Feste miteinander gefeiert, auch wenn es nicht die eigene Religion ist.  

Du fliegst in den nächsten Tagen wieder zurück nach Malaysia. Hast du vor, wiederzukommen?

Syaza: Ja, auf jeden Fall. Ich möchte so gerne die vier Jahreszeiten erleben, das kenne ich so nicht. In Malaysia haben wir das ganze Jahr über das gleiche Wetter. Ich kann mir gut vorstellen, für längere Zeit nach Deutschland zu kommen und auch hier zu arbeiten. Ich mag die Arbeitskultur, dass sie sich hier zuerst auf ihre Arbeit konzentrieren und anschließend erst Freizeit haben. Heilbronn finde ich auch gut, die Stadt ist übersichtlich und nicht so groß und laut wie Kuala Lumpur, wo ich herkomme.

Was wirst du deinen Kommilitonen von Deutschland erzählen?

Syaza: Dass die Winter nicht so kalt sind, wie alle denken. Viele wollen nicht nach Deutschland, gerade in den Wintermonaten, weil sie glauben, sie müssten zu sehr frieren. Außerdem ist der Verkehr in Heilbronn wirklich harmlos im Vergleich zu dem in Kuala Lumpur. Dort brauche ich zwei Stunden, um zur Uni zu kommen. Außerdem erzähle ich, dass in Deutschland das Essen kaum gewürzt ist. Ich mag es gerne scharf, zu Hause würzen wir alles mit rotem Chilli. In Deutschland macht man etwas schwarzen Pfeffer aufs Essen und sagt dann, es sei scharf.

 

Text: Sarah Arweiler, Fotos: privat