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Niklas Anner: bei Hochschulpolitik mehr diskutieren, mehr debattieren

9. Juli 2018 – Der eine oder andere erkennt Niklas Anner inzwischen auf den Fluren der Hochschule. Als Kandidat für die studentischen Wahlen Mitte Juni an der Hochschule Heilbronn (HHN) hingen seine Plakate in den Gebäuden am Campus Sontheim. Niklas wurde in den Hochschulsenat gewählt, wird somit ab nächstem Semester automatisch auch Mitglied im Studierendenparlament (StuPa) sein. Damit nicht genug: Der 19-Jährige hat auch noch das Politikreferat des AStA inne. Wofür steht er? Was sind seine Ziele? Höchste Zeit, sich mit dem BU-Studenten zu unterhalten.

Niklas, du bist im zweiten Semester und schon so engagiert in der Hochschulpolitik. Was motiviert dich?

Niklas: Ich möchte es anders machen als bisher. Mir ist es wichtig, meinen Kommilitonen deutlicher die Themen zu kommunizieren, um die es für sie in der Hochschulpolitik geht. Und was sie davon haben. Das ist mein oberstes Ziel. Es ist doch klar: Wenn ich nicht weiß, um was es überhaupt geht, werde ich mich an den Wahlen auch nicht beteiligen. Für die Leute, die sich zur Wahl aufgestellt haben, wird es dann schwierig.

Ab dem Wintersemester 2018/19 wirst du Mitglied im Hochschulsenat sein. Für welche Themen wirst du dich einsetzen?

Niklas: Besonders wichtig ist mir, dass wir uns als Hochschule mit den Internationals solidarisieren. Das Studium muss kostenlos für alle sein. Klar gibt es Stipendien und es sollen auch künftig noch mehr geben. Aber daran sieht man erst, wie absurd das Ganze ist. Unsere Hochschule soll noch deutlicher machen: Wir sind international und offen für alle.

Ein weiteres wichtiges Thema für mich: ein zukunftsfähiges Studium. Es gibt zwar schon einige E-Learning-Angebote, es wäre aber gut, wenn wir uns noch breiter aufstellen. Alle Vorlesungen an der HHN sollten gestreamt werden können. Das macht eine Hochschule attraktiv.

Außerdem werde ich mich dafür einsetzten, dass nachhaltiges Wirtschaften als Thema viel stärker in den Fokus einzelner Studiengängen rückt. Ich studiere Betriebswirtschaft und Unternehmensführung. Da ist es doch wichtig zu wissen, wie ich ein Unternehmen langfristig nachhaltig führe. Das könnte man zum Beispiel als Studium Generale anbieten mit ausgiebigen Diskussionsrunden. Ich finde, dass an der Hochschule grundsätzlich der Diskurs fehlt.

Wie meinst du das?

Niklas: Bevor ich an der HHN anfing, hörte ich von anderen Universitäten, wie bei hochschulpolitischen Themen die Studierendenvertreter diskutieren, debattieren, manchmal auch streiten. So stellte ich es mir an der HHN auch vor. Im StuPa ist die Diskussionskultur eingeschlafen. Dort wird sich viel zu lange mit sich selbst beschäftigt. Zentrale Fragen, wie wir uns als Studierende landesweit positionieren oder welche Ideen wir in den Hochschulsenat einbringen wollen, werden dort kaum besprochen. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich das mit den neuen Kandidaten ändern wird.

Wie würdest du die Hochschule gerne sehen, wenn du dein Studium beendet hast?

Niklas: Ich wünsche mir, dass unsere Hochschulpolitik professioneller und wir als Studierendenvertreter aktionsfähiger werden. Ein regelmäßiges Treffen zwischen AStA, StuPa, Senat und Studierenden, um sich auszutauschen und zentrale Themen transparent zu halten, halte ich für wichtig. Das können wir hinkriegen. Außerdem fände ich es klasse, wenn es vor studentischen Wahlen einen organisierten Wahlkampf gibt mit Plakaten, Flyern und Wahlkampfaktionen auf Studentenpartys. So läuft es zum Beispiel an den Unis in Konstanz und Freiburg.

 

Text: Sarah Arweiler, Foto: privat