Highlights auf dem Heilbronner Bildungscampus | hochschulenhoch3

Highlights auf dem Heilbronner Bildungscampus

2. Mai 2018 – In der Cafeteria fühlen sich die Studenten unter den schicken Deckenleuchtern wohl. Doch den Kaffee draußen genießen − das macht noch herzlich wenig Freude. Vor den Panoramafenstern laufen die staubigen Bauarbeiten für die neue Mensa. Damit wächst allerdings die Vorfreude auf die Zeit, wenn draußen alles grün ist.

Bevor die unterirdische Mensa von Rasen überdeckt wird, braucht es noch eine ganze Weile. Erst im September 2019 soll sie fertig sein. Derzeit rammen die Bohrer bis zu 14 Meter tief ins Erdreich. Denn bevor die Baugrube ausgehoben werden kann, muss eine Bohrpfahlwand erstellt werden. Bohrung neben Bohrung wird gesetzt, die Löcher dann mit Beton ausgegossen. "So bleibt die Wand stehen, und wir haben das Grundwasser im Griff", erklärt Peter Diemer, der zuständige Projektleiter des Schwarz Campus Service.

Weiße Klinkersteine am TU München-Turm

Nebenan sind 36 Arbeiter der Baufirma Duda aus Heilbronn dabei, den 45 Meter hohen TUM-Turm mit weißen Klinkersteinen zu verkleiden. Den gibt es in dieser Farbe nur in Dänemark, erklärt Diemer. Alles nicht ganz billig. Doch über Geld spricht man hier nicht. Polier Pavel Tobrucki hat dennoch einige Zahlen parat: 3591 Quadratmeter Klinkerfläche hat der Turm. 38 Steine pro Quadratmeter. Macht 136.000 Steine. Das prägende Gebäude des Bildungscampus wird − so könne man sagen − zumindest optisch ein Elfenbeinturm. Oder einfach nur das Highlight. Es sei der Wunsch des Stifters gewesen, verrät Peter Diemer.

Verzögerungen

Auch wenn der Bildungscampus in rasantem Tempo wächst – Verzögerungen gibt es trotzdem. Etwa durch die Altlasten im Boden. Da sich auf dem ehemaligen Industriegelände Benzole im Erdreich gesammelt hatten, musste es erst einmal korrekt entsorgt werden. "Gefährlich für die Arbeiter war es hier nicht", sagt Peter Diemer. Aber es habe eben Zeit gekostet. So ist der Turm nicht wie geplant zum Wintersemester bezugsfertig, sondern erst im Dezember.

Mit Tiefgarage und Bibliothek geht es weiter

Erst vor zwei Monaten haben die Bauarbeiten am nördlichen Rand des Campus begonnen. Jetzt ist dort schon eine riesige Baugrube zu sehen, wo eine Tiefgarage für 140 Fahrzeuge und Gebäude für die Hochschule Heilbronn sowie die Bibliothek mit Glasfassade entstehen soll. Auch hier wurde mit viel Aufwand das Grundwasser außen vor gehalten. "Die Bodenplatte ist bis zu einem Meter dick", sagt Diemer.

 

Text und Fotos: Christian Gleichauf, Visualisierung: Auer Weber I Dieter Schwarz Stiftung