BWL-Studierende laufen mit Lichtenstern-Bewohnern | hochschulenhoch3

„Gemeinsam in Bewegung“ sorgt für strahlende Gesichter

8. Mai 2018 – Betriebswirte gelten als nutzenorientierte Gesellen, die sich in einer Welt von Anzüge, Geld und Kennzahlen bewegen. Auch wenn es sich um ein Klischee handelt - Platz für integratives und soziales Engagement bleibt in der Regel kaum. „Einmal aus der konsumorientierten Welt herauskommen und echte Leistung erleben“, rät Professor Ralf Dillerup von der Hochschule Heilbronn seinen Studierenden. Als Vertreter der Hochschule Heilbronn organisiert er in Kooperation mit dem Netzwerk Dialog, dem Marathonläufer Jürgen Mennle und der Evangelischen Stiftung Lichtenstern seit 2011 ein gemeinsames Sportfest für Menschen mit und ohne Behinderung. Das Motto der Veranstaltung: „Gemeinsam in Bewegung“ auf dem Gelände der Stiftung Lichtenstern – nicht nur für die Bewohner ein unglaubliches Event.

Die Studierenden Celina Stammer, Mark Schmidt und Niklas Emmerich des Studiengangs Betriebswirtschaft und Unternehmensführung als Projektteam die komplette Organisation des Sportfests übernommen. Der Arbeitseinsatz zählt als Prüfungsleistung eines Seminars zur Unternehmensführung.

Handicaps überwinden

Beim Hand-in-Hand-Lauf gehen Studierende, Professoren, Lichtenstern-Mitarbeiter, Mitarbeiter umliegender Firmen und die Bewohner von der Stiftung Lichtenstern gemeinsam auf die Strecke. Ziel ist, sich gegenseitig zu unterstützen und ins Ziel zu kommen, unabhängig vom sportlichen Ergebnis. Für manche Bewohner der Stiftung ist das eine große Herausforderung. Es ist spürbar, welche Freude ihnen die Teilnahme bereitet, sie sind Feuer und Flamme für diese Veranstaltung. Einige laufen die Strecke sogar mehrmals. Mit viel Einsatz und einem starken Willen überwinden sie ihr Handicap. Zuschauer unterstützen die Läufer lautstark mit Zurufen, Trommeln und Rasseln. Danach kann sich beim Neunmeterschießen und beim Tauziehen ausgetobt werden, bevor gemeinsam gegrillt wird.

Von den drei Organisatoren hat nur Marc bereits Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung sammeln können. Für die anderen beiden war die Arbeit am Sportfest völliges Neuland – zunächst mussten anfängliche Unsicherheiten überwunden werden. Für sie ist jetzt die Arbeit und der Kontakt eine wertvolle Bereicherung.

 

Text: Carina Scholl, Fotos: Stiftung Lichtenstern