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Von der Hauptschule an die Hochschule

3. Oktober 2018 — Auch wenn Marvin Schwarz seinen Bachelor in Elektrotechnik noch nicht in der Tasche hat – er hat jetzt schon allen Grund, stolz auf sich zu sein: Schritt für Schritt hat er sich hochgearbeitet, vom Hauptschüler zum Studenten der Hochschule Heilbronn

Mit 15 Jahren beendet er die Theodor-Heuss-Schule in Brackenheim, 2013 noch eine Hauptschule. „Mir war völlig klar, dass ich auf jeden Fall einen Realschulabschluss machen muss. Mit Hauptschulabschluss kann man heute nicht viel anfangen“, gibt Marvin unumwunden zu.

Leistung gefordert

Er wechselt an die technisch orientierte Christian-Schmidt-Schule. Gleich zu Anfang lassen die Lehrer ihre Schüler spüren: Hier wird Leistung gefordert. Das zündet bei Marvin. Er fühlt sich motiviert, will zeigen, dass er liefern kann. Vor allem in Mathematik wird in seinen Augen viel verlangt. Marvin: „Mit dem höheren Druck bin ich gut klargekommen.“ So geht es allerdings nicht allen. Einige Mitschüler stoßen an ihre Grenzen. Doch in Marvin reift nach und nach ein Gedanke: Er kann noch mehr. Er will studieren. Nach zwei Jahren technischem Berufskolleg und erfolgreicher Prüfung hat Marvin automatisch die Fachhochschulreife in der Tasche. Der Weg an die Hochschule ist geebnet. 

Werde ich als Ingenieur die Hochschule verlassen? 

Marvin schreibt sich an der Hochschule Heilbronn im Studiengang Elektrotechnik ein. Restzweifel begleiten ihn: Werde ich es schaffen? Werde ich eines Tages als Ingenieur die Hochschule verlassen? An der Hochschule weht ein ganz anderer Wind. „Der Kontakt zu den Profs ist irgendwie unpersönlich, man fühlt sich anonym. Hier muss jeder selbst schauen, wo er bleibt.“ In der Schule hatte er selten den Unterrichtsstoff zu Hause nachgearbeitet. Morgens zuhören hatte meist ausgereicht, um die Klausuren zu bestehen. Jetzt ist klar: Mit dieser Strategie wird er nicht weit kommen. 

Rückblickend ist Marvin froh, sich von der Hauptschule bis zur Hochschule hochgearbeitet zu haben. „So habe ich mir alles nach und nach aufgebaut und gelernt, was mir wichtig ist“, resümiert er. Nach dem Studium bei Bosch oder Siemens anfangen – das wäre in seinen Augen perfekt.

 

Text: Sarah Arweiler, Foto: privat