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Das Maximum rausholen

19. Januar 2017 – Er reizt seine körperliche Leistungsfähigkeit aus bis ins Letzte: Dominik Sowieja, Triathlet und Robotik und Automation-Student an der Hochschule Heilbronn (HHN). Bei der Neckarsulmer Sport-Union (NSU) gilt der 25-Jährige als Hoffnungsträger: 2016 belegte er Platz neun bei der Triathlon Mitteldistanz-Europameisterschaft (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen). Bei der Deutschen Meisterschaft erreichte er sogar Platz fünf. In seiner Altersklasse gewann er jeweils souverän. Im Duathlon ist er amtierender Deutscher Meister der Elite.

Wettkampf und Teamspirit

Bei der NSU gehört Dominik zum Team-Triathlon: Bei Wettkämpfen starten fünf Athleten, die vier besten Zeiten kommen in die Wertung. „Das macht am meisten Laune“, erzählt er. Sich mit anderen messen, gemeinsam trainieren und sich gegenseitig pushen – das spornt ihn an.

Dominik konzentriert sich auf die Mitteldistanz. Den größten Reiz sieht er jedoch in den Sprints: 750 Meter Schwimmen, 20 km Radfahren, fünf km Laufen. „Da ist die Nadel immer Oberkante“, sagt der Triathlet lachend. Bei diesen Wettkämpfen brauche es neben der sportlichen Fitness auch eine ausgeklügelte Taktik, um später auf dem Treppchen zu stehen. „Man wird im Wasser überschwommen, bekommt auch mal Schläge auf den Kopf.“ Der Grund: Das Leistungsniveau aller Athleten sei so eng, dass niemand nachgebe. „Jeder gibt Vollgas.“

Vollgepackter Alltag

Zehn Stunden pro Woche trainiert Dominik, vor Wettkämpfen werden es schnell 20 bis 25 Stunden. Wo bleibt da noch Zeit zum Studieren? Es braucht ein gutes Zeitmanagement. Sein Stundenplan der Hochschule und der Trainingsplan sind aufeinander abgestimmt. Aber klar – die Tage sind vollgepackt. Dienstags und donnerstags öffnet das Sportbad in Neckarsulm für Athleten um sechs Uhr morgens. Dann springt Dominik ins Becken. Gegen acht ist er an der Hochschule. An den anderen Wochentagen schwimmt er abends von 20 bis 22 Uhr, nachdem er zuvor zwei Stunden im Frankenstadion mit den Athleten der TSG Heilbronn trainiert hat. Zeit für gemütliche Fernsehabende – gibt es nicht. „Dafür bin ich auch nicht der Typ“, erklärt Dominik. „Ich brauche den Sport, um mich ausgeglichen zu fühlen.“

Im Studium ist er genauso diszipliniert wie beim Training. „Da versuche ich auch, das Maximale aus mir rauszuholen“, sagt Dominik und erklärt: „Ich bin immer am abwägen, was gerade im Fokus steht: Studium oder Sport.“

Sportlicher Allrounder

Seit Dominik denken kann, spielt Sport eine wesentliche Rolle in seinem Leben. „Früher war Fußball für mich das Größte“, erinnert er sich. Wenn er als Kind nicht artig war, musste das Training ausfallen. „Das war die Höchststrafe.“ Schon damals stand er fünf Mal die Woche auf dem Fußballplatz, Zuhause machte er noch Kraftsport. Basketball, Eishockey – für Dominik alles kein Problem. „Im Ballsport habe ich fast alles gemacht.“ Auf dem Fußballplatz trifft man Dominik heute nur noch in Ausnahmefällen. „Die Verletzungsgefahr ist mir einfach zu hoch.“

Blick in die Zukunft

Im nächsten Semester schreibt er seine Bachelorarbeit bei Festo. „Danach will ich noch einmal im Sport angreifen, mich voll darauf konzentrieren und schauen, was noch geht. Da ist der richtige Zeitpunkt“, ist sich Dominik sicher. Für zwei Monate in die USA zum Trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen, das wäre toll. „In den Vereinigten Staaten spielt Sport eine viel größere Rolle als in Deutschland.“ Schaffe man es, sich an den Universitäten ein Sportstipendium zu erkämpfen, könne man sich als Sportler über traumhafte Bedingungen freuen. „Dort ist alles perfekt aufeinander abgestimmt“, erzählt er. Die Vorlesungen und Kurse finden am späten Nachmittag statt, sodass tagsüber genug Zeit für das Training bleibe. Krafträume, Sportstadien und Physiotherapeuten befinden sich alle auf dem Campus. Sogar die Klausurtermine und Wettkämpfen sind aufeinander abgestimmt. Das wäre für Dominik ideal.

 

Text: Sarah Arweiler, Fotos: privat