Sontheimer Hochschulcampus macht sich hübsch | hochschulenhoch3

Sontheimer Hochschulcampus macht sich hübsch

26. September 2018 – Zum Semesterstart dominieren noch Baustellen, doch vereinzelt zeigt sich schon das neue Gesicht. Es soll ein Platz zum Verweilen werden. Der Wohlfühlfaktor spielt auf dem gesamten Campus inzwischen eine zentrale Rolle.

Begrüßt werden die Erstsemester an der Hochschule Heilbronn in diesem Jahr von rot-weißen Absperrbändern und Sprüchen wie: "Wir machen die Welt ein wenig schöner." Außen und innen läuft ein umfangreiches Sanierungs- und Umbauprogramm. Bis 2023 werden insgesamt 25 Millionen Euro investiert, um den Campus Sontheim attraktiver zu machen. Es soll sich auch in Studentenzahlen auszahlen – und die erfolgreiche Zukunft des Standorts nicht zuletzt in der innerstädtischen Konkurrenz mit dem Bildungscampus in der Innenstadt sichern.

Überraschung: Ein Imagefilm, der wirkt

Unter den Neuankömmlingen, die sich nach der Begrüßungsveranstaltung in der Aula durch das Forum drängen, ist Ines P. aus Renningen. Sie hat zuletzt an der Dualen Hochschule in Stuttgart studiert und will jetzt den Master in Mechatronik und Robotik an der Hochschule Heilbronn machen. Insgesamt ist sie positiv gestimmt. "Ich habe mir das Imagevideo angeschaut. Was an Sport geboten wird, dass sich Heilbronn zur Studentenstadt entwickelt – das hat mir alles schon mal gut gefallen", erzählt die 22-Jährige. Erst vor drei Tage ist sie nach Heilbronn in eine WG gezogen. Im Vergleich zu Stuttgart sei der Wohnungsmarkt doch sehr entspannt.

Die Umbaumaßnahmen sind in vollem Gange

Etwas angespannter sind die Verantwortlichen beim Amt für Vermögen und Bau (VBA), die für die Sanierung und Verschönerung der Gebäude und Außenanlagen der Hochschule zuständig sind. Denn es gibt viel zu tun. Das Foyer im A-Gebäude ist noch Baustelle, der Info-Kubus wurde abgebaut. "Wir mussten für den Brandschutz einiges nachbessern, die Barrierefreiheit spielt jetzt eine wichtige Rolle", sagt Gottfried Brandhofer, Abteilungsleiter Hochschulbau beim VBA. "Und natürlich soll es optisch ansprechender werden", ergänzt Beatrice Werner vom Facility Management der Hochschule.

Im Idealfall lässt sich alles miteinander verbinden, wie die Verbindung zu den Gebäuden E und F zeigt. Statt einer Hebebühne, wie in der Vergangenheit, kann man den Höhenunterschied künftig über eine breite Rampe überwinden. Eingerahmt werden soll sie von gemütlichen Ecken, wo die Studenten sich zusammenfinden. "Es wird lebendiger, weg vom Flurcharakter", erläutert Werner. Das Heilbronner Architekturbüro Mattes Riglewski war hier kreativ. Einzig der Fußboden im Foyer bleibt. "Die Fliesen von 1966 sind noch gut - vielleicht sogar stilprägend", erläutert Brandhofer. "Wenn wir sie erneuern würden, müssten wir die Fußbodenheizung herausreißen."

Großzügige Mensa

Schon in den vergangenen Jahren wurde viel investiert. In die Mensa etwa, wo heute im Schnitt 1000 Essen täglich zubereitet und selbst zusammengestellt werden. Weil vom Bildungscampus in der Innenstadt noch nichts bekannt war, als sie geplant wurde, fällt sie heute für die "Sontheimer Studenten" umso großzügiger aus. Die Aula und das Forum davor sind neu, die Technik zumindest teilweise auf dem Stand. 38 Millionen Euro kostete das zwischen 2003 und 2017.

Der Wohlfühlfaktor spielt auf dem gesamten Campus inzwischen eine zentrale Rolle. Vor der Mensa sitzt man auf Bierbank-Garnituren, auch hier sollen die Grünanlagen noch einladender werden. Die ehemaligen Lichthöfe wurden als Innenhöfe zugänglich. Kleine Lerninseln stehen in den Fluren. "Die werden so gut wie immer genutzt", sagt Rektor Oliver Lenzen. Er findet, dass sich an der Hochschule schon sehr viel zum Positiven verändert hat. "Als ich 2007 als junger Professor hierher gekommen bin, ist man mit Gästen eigentlich immer weggefahren. Heute gehe ich mit ihnen in der Mensa essen oder einen Kaffee trinken. Und man kann jetzt Zeit hier verbringen."

Künftig sollen sich die Studenten noch wohler fühlen, drinnen wie draußen. Der wenig ansprechende Innenhof mit der kultigen alten Dampfwalze wird neu gestaltet. In den nächsten Jahren soll auch hier eine Verbindung entstehen, die von den Studenten auf vielfältige Weise genutzt wird. Der Weg vom Parkplatz zur Hochschule – für viele der Hauptzugang – wird attraktiver und breiter.

Selbstbewusst im Konkurrenzkampf

Die Hochschule hat bei den Erstsemesterzahlen schon jetzt gegen den landesweiten Trend zugelegt. Der neue Internetauftritt wirkt positiv. Aber auch das Image von Heilbronn und seiner Hochschule wandelt sich. Für Prorektorin Ruth Fleuchaus hat das nicht nur mit der Entwicklung rund um Bildungscampus und Experimenta zu tun: "Es muss klar werden, dass Heilbronn auch wegen der Hochschule jünger und klüger wird, nicht nur wegen der DHBW."

 

Text und Fotos: Christian Gleichauf