Durchbruch bei der Erweiterung des Campus-Künzelsau | hochschulenhoch3

Druchbruch bei der Erweiterung des Campus Künzelsau

20. April 2018 – Die ins Stocken geratenen Pläne, den Hochschulstandort Künzelsau auszubauen, werden jetzt doch umgesetzt. Vergangenen Mittwoch kündigte die Stiftung Würth an, dass sie ihr finanzielles Engagement verstärken wird, um den Neubau von zwei Gebäuden an der Hofratsmühle zu ermöglichen. "Dadurch wird die weitere Sicherung der Innovationskraft und die Zukunftsfähigkeit unserer Weltmarktführer in der Region vorangebracht“, begründet Reinhold Würth diesen Schritt. Der Campus Künzelsau, der zur Hochschule Heilbronn gehört, trägt seit dem Jahr 2005 den Namen des Künzelsauer Unternehmers. 

Forschungsgebäude

Die Stiftung Würth wird nun neben dem ohnehin geplanten Bau eines Vorlesungs- und Hörsaalgebäudes auch noch den größten Batzen am Forschungs-Institutsgebäude (In-Institut) tragen. Das angrenzende, rund vier Millionen Euro teure Institut wollte ursprünglich der Ventilatorenspezialist EBM-Papst finanzieren. Nachdem das Land hohe bürokratische Hürden für die gemeinnützige Anerkennung dieses Instituts errichtete, zog das Mulfinger Unternehmen im vergangenen Oktober die Reißleine. "Die Barrieren im Bereich der Gemeinnützigkeit sind zu hoch“, stellte Stefan Brandl, Vorsitzender der EBM-Papst-Unternehmensgruppe, damals gegenüber der Hohenloher Zeitung fest.

Entwicklung von Zukunftsprojekten

Immerhin wird sich das Unternehmen jetzt doch noch mit 500 000 Euro an den Investitionskosten beteiligen. "Der geplante Forschungsstandort hat für die Region eine wichtige Bedeutung. Deshalb werden wir darüber hinaus auch noch mit Forschungsaufträgen zum laufenden Betrieb des Instituts beitragen“, betont Brandl. Auch die Künzelsauer Firma Ziehl-Abegg und Würth-Elektronik aus Niedernhall haben angekündigt, erhebliche Forschungsaufträge zu vergeben. "Für uns ist die räumliche Nähe zur Reinhold-Würth-Hochschule ein wichtiger Aspekt für die gemeinsame Entwicklung von Zukunftsprojekten“, hebt Technikvorstand Norbert Schuster von Ziehl Abegg hervor. Mieter des In-Instituts wird die Innovationsregion Hohenlohe. Der Verein, in dem zahlreiche Hohenloher Unternehmen vertreten sind, wird die Räume weitervermieten. 

Im zweiten Obergeschoss wird die Forschungsabteilung von Würth-Elektronik eingerichtet, im ersten Obergeschoss soll das regionale Digitalisierungszentrum (Digital Hub) für die Region Heilbronn-Franken unterkommen. Die Landesinitiative soll dem Mittelstand helfen, die anstehende Digitalisierung zu bewältigen und die Veränderungen der Wirtschafts- und Arbeitswelt zu gestalten. "Mit großer Freude sehe ich heute die innovative Weiterentwicklung unseres Campus sichergestellt“, erklärt der Rektor der Hochschule Heilbronn, Professor Dr. Oliver Lenzen.

Weitere Schritte

Nun sollen die weiteren Schritte sehr schnell erfolgen, nachdem bereits im Mai 2017 der Architektenwettbewerb für den Ausbau des Hochschulstandortes Künzelsau abgeschlossen war. Noch im Juni 2018 soll der erste Spatenstich auf dem Campus gesetzt werden. Die neuen Gebäude sollen rechtzeitig zum Beginn des Wintersemesters 2019/2020 fertiggestellt sein.

 

Text: Thomas Zimmermann