Gesichter der GGS und ihre Geschichten | hochschulenhoch3

Gesichter der German Graduate School und ihre Geschichten

21. Juni 2018 – Der große Tag ist gekommen: Die German Graduate School überreicht ihren neuen Absolventen ihre Master-Urkunden. Wir waren auf der Graduierungsfeier dabei. Hier sind die Geschichten von drei beeindruckenden Menschen.

„Rückhalt von Familie und Freunden ist die halbe Miete“

Florian Susewind hat sein Jurastudium mit Bravour gemeistert: Zusammen mit einem Kommilitonen ist ihm der beste Abschluss des Jahrgangs gelungen. Jetzt freut er sich über seinen Mastertitel in Business Law. Ein Spaziergang war das berufsbegleitende Studium nicht. Vielmehr ist es das Ergebnis harter Arbeit, Disziplin und Durchhaltevermögen – Eigenschaften, die von Florian Susewind als Bundeswehr-Offizier ständig gefordert werden. Warum sattelt der Münchener nach seinem BWL-Studium noch ein Jura-Studium oben drauf? „Recht berührt einen im Alltag ständig“, erklärt er nüchtern. „Da kann es nicht schaden, sich besser auszukennen als die meisten anderen.“

Die Partnerin sieht ihn kaum noch, Freunde trifft er selten – kurz: Das Privatleben leidet. „Es gab Momente in denen ich dachte: Ich will das nicht mehr“, erinnert sich Florian Susewind. Alles hinschmeißen kommt nicht in Frage, Florian hält durch. „Wenn der Rückhalt bei Freunden und Familie da ist, ist das die halbe Miete. Vielleicht sogar noch mehr.“ Die Zugfahrten von München nach Heilbronn sind feste Lernzeiten, die er nutzt.

Heute hat er nicht nur den Jura-Abschluss in der Tasche, sondern auch einen neuen Job. Seit November arbeitet Florian Susewind bei Volkswagen als Referent des Vorstands Recht und Integrität. Eine spannende Aufgabe, wie er sagt. Und eine herausfordernde.

„Man sollte nie aufhören zu lernen – egal in welchem Alter.“

Für Alexander Michelfelder ist es nicht das erste Mal, dass er an der GGS seine Masterurkunde erhält. Vor Jahren absolvierte er den Leeds MSc in Business Management. 2015 dann das zweite Studium: Er schreibt sich für den MBA ein. Stillstand? Gibt es für Alexander Michelfelder nicht. „Bei meiner Arbeit verändert sich gerade sehr viel, neue Herausforderungen stehen bevor“, erklärt er. „Durch den MBA habe ich das richtige Fachwissen, um diese Change-Projekte in der Firma zu begleiten.“ Noch einmal zu studieren, war die richtige Entscheidung, wie er selbst sagt. Mit seinem neuen Fachwissen kann er Dinge anders bewerten, mit Kollegen aus dem Management fachsimpeln. Die Firma schätzt seine Ausdauer.

An der Graduierungsfeier stehen seine beiden Kinder neben Alexander Michelfelder. Sie sind stolz auf ihren „schlauen Papa“. Alexander: „Es ist mir auch wichtig, meinen Kindern das Signal zu setzen: Man sollte nie aufhören zu lernen – egal in welchem Alter.“

„Wenn ich etwas mache, dann richtig.“

Ilse Mann hat in ihrer Karriere schon so viel erlebt, dass es gut für mehrere Leben reichen könnte. 15 Jahre verbringt sie in Asien, baut Produktionsstätten in China und Taiwan auf, verbringt auch einige Jahre in Spanien und den USA. „Als ich nach Deutschland zurückgekommen bin, musste ich mich hier erst einmal wieder einleben. Mir fällt auf, wie langsam und bürokratisch alles abläuft“, schildert sie. Dennoch: Die Zeit im Ausland soll nun vorbei sein. In Deutschland arbeitet Ilse Mann im Zollrecht – durch ihre Erfahrung kennt sie sich zwar aus, etwas mehr Expertise wäre dennoch hilfreich. Sie entscheidet sich spontan für den Studiengang Business Law an der GGS. „Das Studium war anstrengender, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich musste mich richtig reinknien. Eine große Herausforderung für mich.“

 

Text und Fotos: Sarah Arweiler