Weltfrauentag: Vier außergewöhnliche Frauen | hochschulenhoch3

Weltfrauentag: Vier außergewöhnliche Frauen

Heute, am 8. März, ist der internationale Weltfrauentag. Zur Feier des Tages, an dem die gesamtgesellschaftliche Gleichstellung von Frauen weltweit im Mittelpunkt steht, stellen wir vier außergewöhnliche Frauen vor.

Astrid Lindgren (14. November 1907 – 28. Januar 2002)

Sie schuf die Helden unserer Kindheit: Astrid Lindgren. Doch in der heilen Welt ihrer Bücher lebte die schwedische Schriftstellerin selbst nicht immer. Als sie mit 18 Jahren schwanger wird, weigert sie sich, den Vater ihres Kindes, ihren Chefredakteur, zu heiraten. Sie verlässt ihre Heimatstadt Näs, um in Stockholm ein neues Leben zu beginnen. Als alleinerziehende Mutter hat sie es in den folgenden Jahren nicht leicht und doch verliert sie nie die kindliche Leichtigkeit und den Blick auf die Welt ohne jegliche Vorurteile. Auch nicht, als sie ab 1939 in ihren Kriegstagebüchern die damalige Situation dokumentierte, über die sie durch ihre Arbeit beim Nachrichtendienst genaustens Bescheid weiß. Jeder sollte die unbefangene Weltanschauung, die Astrid Lindgren mit Hilfe von Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, den Kinder aus Bullerbü und Ronja Räubertochter in die Welt trägt, nicht mit dem Zuschlagen des Romans beenden, sondern vielmehr in ihrem Sinne fortführen.

Katherine Johnson (26. August 1918)

Denkt man an berühmte Mathematiker, denkt man an Männer wie Albert Einstein, Isaac Newton oder vielleicht sogar Pythagoras. Doch wer kennt schon Katherine Johnson? Ohne die Afroamerikanerin Johnson wäre es der NASA nicht gelungen, den ersten US-Amerikaner John Glenn in einem Raumschiff die Erde umrunden zu lassen. Ein immenser Schritt für die Raumfahrttechnik im vergangenen Jahrhundert. Gegen Ende der 1960er Jahre berechnete Johnson die korrekte Umlaufbahn für die Apollo-11-Raumfahrtmission und trug damit entscheidend zum Erfolg der ersten Mondlandung bei. Über die heute 99-Jährige wurde vor zwei Jahren der Film "Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ gedreht. Über Johnson und zwei weitere Wissenschaftlerinnen, die es verdient haben, dass man ihre Namen kennt. 

Jennifer Weist (3. Dezember 1986) 

Jennifer Weist, Frontfrau der Band Jennifer Rostock, inspiriert mich fast täglich. Sie ist eine Art Idol, auch wenn sie selbst immer betont, dass sie das gar nicht sein möchte. Jennifer ist eine unglaublich echte Künstlerin, sie scheint alles von sich preiszugeben und ist immer ehrlich zu ihren Fans. Über ihre Social-Media-Kanäle nimmt sie ihre Fans zu allem mit und teilt ganz persönliche Momente. Sie inspiriert mich, weil sie für das einsteht, was ihr wichtig ist. Egal was andere Menschen dazu sagen oder die Boulevard-Zeitungen darüberschreiben. Jennifer Weist versucht nicht andere Menschen oder Trends zu imitieren, sie ist einfach ehrlich, das fehlt mir oft bei anderen populären Frauen. Außerdem wirkt sie sehr bodenständig und ermutigt einen, zu sich selbst zu stehen. Für mich ist Jennifer Weist einfach liebenswert, mit ihrer unglaublich guten Stimme, ihrem Witz und Charme. 

Malala Yousafzai (12. Juli 1997)

Es war einmal ein Mädchen. Elf Jahre alt ist sie, als sie beschließt, für die Rechte der Frauen und Kinder in ihrer Heimat Pakistan einzutreten. Aufgrund ihrer Berichte über die Unterdrückung durch die Taliban wird sie weltberühmt. Malala Yousafzai erzählt von Mädchen, die mit acht Jahren nicht mehr zur Schule gehen dürfen, eine Ganzkörperverschleierung tragen müssen und denen verboten wird, Musik zu hören. Malalas Schilderungen sind den Terroristen ein Dorn im Auge: Um das Mädchen ruhigzustellen, stürmen sie in einen Bus und schießen ihr in den Kopf. Doch womit sie nicht gerechnet haben: sie überlebt. Malala wird dadurch noch bekannter und ist seither für Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt eine Symbolfigur für Freiheit und Bildung. Auch für mich. Mit nur 19 Jahren wird sie die jüngste UN-Botschafterin und Friedesnobelpreisträgerin. Sie ist eine Inspiration und ein Bespiel für unbeschreiblichen Kampfgeist. Malala zeigt uns, dass die eigene Stimme ein machtvolles Werkzeug ist, die es wert ist, gehört zu werden. Und dass wir mit Mut und einem starken Willen, tatsächlich die Welt ein bisschen besser machen können. Egal wie alt wir sind, welcher Religion wir angehören oder welches Geschlecht wir besitzen.  

 

Texte: Nina Kegel, Christopher Barnes, Lara Kühn, Fabienne Acker