"Wünsch dir was" für die Heilbronner Innenstadt | hochschulenhoch3

Wünsch dir was in der Heilbronner Innenstadt

27. Juni 2018 – Wie soll die Heilbronner Innenstadt in zehn Jahren aussehen? Was braucht die City, um attraktiver zu werden? Antworten auf diese Fragen will die Stadtverwaltung jetzt mit einem Masterplan geben, an dem sich die Bürger beteiligen können. Am Montagabend fand die Auftaktveranstaltung auf der Inselspitze der Friedrich-Ebert-Brücke für dieses Mitmachprojekt statt. Die Bürger formulieren beim Startschuss schon eifrig, wie sie sich ihr Heilbronn 2028 vorstellen. Vorschläge und Anregungen schreiben sie auf Zettel, die sie an Stellwände pinnen. Ein Fundus, aus dem die Macher des Masterplans schöpfen wollen.

Mehr Freiraum für Studierende

Katrin Singer ist eine Bürgerin Heilbronns. Ihre Zukunftsversion sieht zum Beispiel so aus: „Heilbronn ist so bunt, die Kultur. Wir müssen Momente möglich machen, bei denen man sich hier austauschen kann.“ Das sei das Potenzial „unserer Stadt“, glaubt die Theaterpädagogin. Ein Schatz, den die Kommune noch heben könne. „Wir brauchen eine Subkultur, die das zeigt.“ In der Bahnhofsvorstadt „entsteht schon etwas“. Katrin Singer würde sich auch wünschen, „dass es einen Ort für Studenten gibt, wo sie experimentieren und gestalten können“. Denn es gebe zwar viele Studenten in Heilbronn, „nur sieht man die nicht so“.

Weniger Autos in der Innenstadt

Die Heilbronnerin Daniela Achtelik wünscht sich „WLAN in der ganzen Innenstadt“. Außerdem sollten mehr „individuelle Läden“ statt Filialisten und Billiggeschäfte in die City ziehen. Was ihr gut gefällt: die Neckarmeile und der Bildungscampus. Für Patrick Wimmer ist die Luftverschmutzung ein dringendes Problem. „Heilbronn ist eine der schmutzigsten Städte.“ Er würde den Individualverkehr einschränken. Wimmer bezeichnet sich als „Freund von alternativen Szenen“. Doch in der Innenstadt gebe es zu viele Kettengastronomie. „Leute, die kreativ sind“, könnten sich jedoch die Mieten nicht leisten. Patrick Wimmer ist zudem wichtig: „Mehr sozialer Wohnungsbau.“

Was bleibt 2028 von Vorschlägen übrig?

Was bleibt von diesen Vorschlägen übrig? Noch so eine Frage, deren Antwort im Masterplan stehen wird. Finanzbürgermeister Martin Diepgen will mit der Bürgerbeteiligung generell „Dialoge zwischen unterschiedlichsten Personen entfalten“. Ziel des Masterplans sei es, „die Stadt fit für die Zukunft zu machen“. Die positiven Auswirkungen des letzten Masterplans von 2008 bis 2018 könne man jedenfalls heute in Heilbronn sehen: „Das Marrahaus, dass statt dem Kaufhaus C&A entstand, die blühende Neckarmeile mit ihren Gaststätten und der Bildungscampus.“ Diepgen gab noch einen weiteren Hinweis, wohin die Reise Heilbronns gehen könnte: „Die Gewohnheiten der Menschen haben sich verändert und mehr in die Abendstunden verlagert.“ Das führe zum Beispiel zu der Frage: „Stimmen unsere Öffnungszeiten noch?“ Auch bundesweite Einflüsse spielten eine Rolle, etwa der Online-Handel, mit dem der örtliche Handel zu kämpfen hat.

Gewohnheiten der Bürger ändern sich

Die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) mit Sitz in Ludwigburg wird den Bürgerbeteiligungsprozess begleiten. Deren Geschäftsführer Stefan Holl hebt hervor, dass die Stadtverwaltung „die Leitplanken hinstellt“, an denen sich die Vorschläge der Heilbronner orientieren sollen. Holls Mitarbeiter Markus Wagner zählt einige „räumliche Handlungsfelder“ auf, wo etwas passieren kann: K 3 mit angrenzendem Bereich, Dinkelacker-Areal, Parkplatz Lohtorstraße, Kaufhaus Barthel und das Wollhaus. Es gehe im Masterplan auch um die Erarbeitung von Nutzungsoptionen für die Leerstandssituation. Noch ein Trend sei zu beachten: Dining ist das neue Shopping. Heißt frei übersetzt: Abends zum Essen ausgehen löst das Einkaufen tagsüber ab.

 

Text: Helmut Buchholz, Fotos: Mario Berger