Experimenta interessant für Millionen von Menschen | hochschulenhoch3

Experiementa in Heilbronn interessant für Millionen Menschen

16. August 2018 – Die neue Experimenta in Heilbronn nimmt Gestalt an. Das künftige Science-Center sucht in Europa seinesgleichen. Für Wolfgang Hansch, Geschäftsführer der Experimenta, ist die neue Einrichtung mehr als ein Ort, an dem Wissenschaft erklärt und ausprobiert werden kann.

Herr Hansch, die Bauarbeiten gehen voran. Werden Sie rechtzeitig fertig?

Wolfgang Hansch: Wir haben einen extrem ambitionierten Zeitplan. Ich bin aber überzeugt, dass wir wie geplant im März die neue Experimenta eröffnen werden.

Wo sind aktuell noch Herausforderungen?

Hansch: Neben dem engen Zeitplan ist das Gebäude im Zusammenspiel Architektur, Gestaltung und technischer Ausbau wirklich anspruchsvoll. Es ist ein sehr komplexes Vorhaben. Wir müssen im Projekt über 90 Firmen koordinieren und uns mit den Buga-Verantwortlichen wegen des Umfelds absprechen. Aus meiner Sicht gibt es aber keine größeren Risiken mehr. Vor dem nächsten Winter muss beim Bau alles fertig sein, damit wir über die Wintermonate die Inneneinrichtung fertigstellen und die Technik sowie die Abläufe testen können.

Apropos Buga: Mit der sind sie ja schon jetzt in guter Nachbarschaft.

Hansch: Ich denke, dass die Kombination Buga/Experimenta in Deutschland nächstes Jahr einmalig sein wird. Und wir kooperieren während der Zeit ja auch. Für vier Euro erhalten Buga-Besucher bei uns einen ersten Einblick in den Science Dome inklusive Ausblick auf die Buga von unserer Terrasse aus. Für uns wird 2019 ein bedeutendes Jahr wegen unserer Eröffnung und der Kombination mit der Bundesgartenschau. Noch spannender ist für uns aber die Zeit danach, also ab 2020.

Warum genau?

Hansch: Während der Buga-Zeit haben wir eher logistische Herausforderungen wegen der vielen Menschen, die nach Heilbronn kommen werden. Danach wird sich zeigen, wie wir als neue Experimenta wirklich bei den Besuchern ankommen.

Wie viele Besucher pro Jahr brauchen Sie denn für diese riesige Investition?

Hansch: Da gibt es keine Vorgabe, die Erlebnisqualität steht im Vordergrund. Und wenn die Qualität stimmt, dann hoffen wir schon auf 250 000 Besucher pro Jahr. Als gemeinnützige GmbH haben wir vor allem das Ziel, Wissen unterhaltsam zu vermitteln. In der alten Experimenta kamen die Besucher überwiegend aus einem Umkreis von rund zwei Autostunden, also für einen Tagesausflug. Unser neuer Ansatz ist ein anderer: Jetzt möchten wir Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Erwachsene und Senioren gleichermaßen erreichen und ansprechen. Also die gesamte Gesellschaft, denn Science bestimmt unser tägliches Leben. So gesehen, müssten wir für ein paar Millionen Menschen interessant sein.

Dann wird es aber voll bei Ihnen...

Hansch: Das wird in der Tat eine spannende Frage. Bei uns ist alles interaktiv, extrem kommunikativ und zum Ausprobieren. Damit ist klar: Für die Besucher sinkt die Aufenthaltsqualität, wenn zu viele kommen. Da haben wir eine Limitierung. Das heißt, dass wir im Falle zu vieler Besucher auch mal kurzzeitig schließen würden, um die Besucherströme zu koordinieren.

Um die Experimenta betreiben zu können, brauchen Sie bestimmt eine Menge an zusätzlichen Mitarbeitern.

Hansch: In der Tat, denn wir werden eine Sieben-Tage-Woche haben. Pro Tag rechnen wir nur bei der Besucher-Betreuung mit 30 bis 40 Personen. Das heißt, wir werden definitiv mehr als 250 Leute auf 450-Euro-Basis brauchen. Sie müssen die Angebote kennen, um die Besucher entsprechend betreuen zu können. Wir möchten hierbei eine Bandbreite von Studenten bis Senioren haben, weil sich ja auch unser Angebot an alle diese Altersgruppen wendet. Darüber hinaus werden noch um die 130 Festangestellte bei uns arbeiten.

 

Text: Christian Klose, Foto: Ralf Seidel