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TUM 2018 auf dem Bildungscampus Heilbronn: SPD-Fraktion im Landtag regt sich auf

14. August 2017 – Ein bayerischer Universitätsstandort mitten in Baden-Württemberg? Die TU München (TUM) kooperiert mit der Dieter-Schwarz-Stiftung (DSS) und will sich auf dem Bildungscampus Heilbronn niederlassen. Heilbronn träumt seit der Bekanntgabe dieser Kooperation am 6. Juni 2017 davon, Uni-Stadt zu werden. Die Universität Mannheim, mit der die Stiftung zuvor über eine Kooperation mit der Mannheim Business School verhandelte, aber schaut in die Röhre.

Welche Konsequenzen?

Die Landtagsfraktion der SPD spricht bei diesem Vorgang von einem Novum – und fragte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) nach den möglichen Konsequenzen. Jetzt legte das Ministerium seine Antwort vor. Im September soll darüber im zuständigen Landtagsausschuss gesprochen werden.

Gabi Rolland, die hochschulpolitische Sprecherin der Landtags-SPD, nennt es „unglücklich, dass eine derartige Kooperation nicht mit einer baden-württembergischen Universität zu Stand kommen konnte“. Allerdings hat auch Rolland Verständnis für die Freude in Heilbronn. Sie vermutet aber, dass dem Land dadurch „der Zugang zur Finanzierung von Stiftungsprofessuren sowie vermutlich weitere Gelder verloren gehen“.

Uni Mannheim hatte das Nachsehen

Das Ministerium weist in seiner Antwort darauf hin, „dass der ganz überwiegende Teil der Stiftungsmittel ohnehin der Region Heilbronn zugutekomme“. Chancen und Risiken des Engagements der TUM ließen sich noch nicht abschätzen. Dazu fehlen die Details des erst zu schließenden Kooperationsvertrages zwischen der TUM und der DSS, an dem derzeit gearbeitet wird.

Die Vermutung in Stuttgarter Medien, dass die „kurze Leine des Hochschulministeriums“ dazu geführt habe, dass die Uni Mannheim die Verhandlungen nicht erfolgreich zu Ende führte, weist das Ministerium zurück.

Wann sprach wer mit wem?

Die Einhaltung rechtlicher Rahmenbedingungen sei eine Selbstverständlichkeit, hieß es. Dazu hatte das Ministerium am 7. April 2017 den Mannheimer Verhandlungsführern „die zu beachtenden Rahmenbedingungen“ sowie „hochschulpolitische Erwägungen“ übermittelt. Die Vermutung, dass Baden-Württemberg in Zukunft womöglich für Folgekosten der Niederlassung der bayerischen Universität im Land aufkommen müsse, schließt das Ministerium aus.

Die zeitliche Abfolge der Verhandlungen und Informationen schildert das Ministerium so: Am 28. November 2016 fand ein Gespräch der Mannheim Business School und der Dieter-Schwarz-Stiftung mit dem Ministerium statt. „Dabei wurden erste Überlegungen vorgestellt.“ Der Rektor der Uni Mannheim legte am 21. Februar 2017 eine Absichtserklärung vor, am 31. März berichtete er über den neuesten Stand, in der Folge erhielt er die rechtlichen Informationen aus dem Ministerium. Ende Mai 2017 informierte die Schwarz-Stiftung das Ministerium von Theresia Bauer „über Verhandlungen mit weiteren potenziellen Hochschulpartnern, die bereits sehr weit fortgeschritten und entscheidungsreif seien“. Am 31. Mai fand ein Gespräch der Beteiligten im Ministerium statt. Am 6. Juni gab die Stiftung in einer Pressemitteilung die Kooperation mit der TU München bekannt.

 

Text: Iris Baars-Werner, Foto: Archiv/Andreas Veigel