HHN-Absolvent von Künzelsau auf den Kiez | hochschulenhoch3

Von Künzelsau auf den Kiez

30. November 2017 – Nach dem Studium bei einem Bundesliga-Verein zu arbeiten ist der Traum vieler Sportmanagement-Studenten. Auch der von Florian Schorpp. Seit 2011 lebt er seinen Traum: Der Absolvent der Reinhold-Würth-Hochschule ist Angestellter beim FC St. Pauli in Hamburg. Uns hat er erzählt, wie er das geschafft hat.

 

Herr Schorpp, wofür sind Sie beim FC St. Pauli zuständig?

Florian Schorpp: Ich bin Teamleiter für die Bereiche Rechnungswesen, Einkauf und ICT (Informations- und Kommunikationstechnologie, Anmerkung der Redaktion), wobei mein Schwerpunkt im Bereich Controlling liegt. Die Hauptarbeit bezieht sich auf die Profimannschaft im Fußball. Die anderen Sportarten des Vereins, wie zum Beispiel Rugby oder Handball, fallen ebenfalls in meinen Aufgabenbereich.

Viele Absolventen wollen im Sportmanagementbereich arbeiten. Wie konnten Sie diesen Traumjob ergattern?

Florian Schorpp: Ich war schon immer großer Fan des FC St. Pauli. Während meines Sportmanagement-Studiums in Künzelsau habe ich auch mein Praxissemester in Hamburg absolviert. Hierfür hatte ich mich schon frühzeitig beworben. Während des Praktikums gehörte die Entwicklung eines internen Kontrollsystems zu meinen Aufgaben. Später habe ich auch meine Bachelorthesis beim FC St. Pauli geschrieben. Darin ging es um die Einführung eines neuen Kostenstellensystems. Ein halbes Jahr nach Studienende wurde ich vom Verein angestellt und mit der Umsetzung meiner theoretischen Arbeit beauftragt. Eine meiner ersten Aufgaben war außerdem die Emission der FC St. Pauli-Anleihe als Projektleiter.

Sportmanagement als Studienschwerpunk am Campus Künzelsau ist beliebt – die Chance auf einen Job in diesem Arbeitsumfeld umso schwieriger. Hatten Sie einen Plan B?

Florian Schorpp: Mein erster, zweiter und dritter Plan war der FC St. Pauli. Ich hatte zwar auch ein paar Kontakte zu Vereinen in Süddeutschland, St. Pauli war allerdings immer der Favorit. Hätte es mit einer Anstellung beim Verein nicht funktioniert, wäre auch die Rückkehr zu meinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb, einer großen Bausparkasse in der Region, möglich gewesen. Hier hatte ich auch während meines Studiums noch weitergearbeitet.

Mir ist es allerdings lieber, in einem etwas kleineren Unternehmen tätig zu sein, in dem ich etwas bewegen kann und nicht in einer Vielzahl von Mitarbeitern untergehe. Der FC St. Pauli war nicht nur hierfür genau die richtige Wahl.

Welche Tipps haben Sie für die aktuellen Sportmanagement-Studierenden und deren Karrierepläne?

Florian Schorpp: Am wichtigsten ist es, ein klares Ziel vor Augen zu haben. Entsprechend sollte man während des Studiums bestimmte Schwerpunkte wählen und spezifische Praktika in Unternehmen absolvieren. Es gibt jährlich zahlreiche Sportmanagement-Absolventen, aber nur wenige Jobs in diesem Bereich. Ein konkreter Plan ist daher extrem wichtig, um sich frühzeitig für Vertiefungen in bestimmten Teilbereichen zu entscheiden. So setzt man sich von den Mitbewerbern ab. Die Erwartungen sollten aber trotz allem realistisch bleiben. Im Sportsegment ist zudem das Netzwerken eine wichtige Sache. Sich bei Businessplattformen wie XING anzumelden kann auf jeden Fall nicht schaden.

Sie leben hunderte Kilometer von Ihrer Heimat entfernt. Fehlt Ihnen in Hamburg etwas aus dem Ländle?

Florian Schorpp: Natürlich vermisst man seine Familie, die weiterhin in Süddeutschland lebt. Auch die meisten meiner damaligen Freunde wohnen nach wie vor im Süden. Das soziale Umfeld verschiebt sich natürlich etwas in den Norden. Ich fühle mich sehr wohl in Hamburg, weiß die Weltoffenheit der Stadt zu schätzen. Außerdem hat man in einer Großstadt das Gefühl, immer am Puls der Zeit zu sein. Auch an das Hamburger Wetter gewöhnt man sich mit der Zeit. Schwaben findet man überall. Ich habe auch hier in Hamburg einige Restaurants entdeckt, die richtig gute Kässpätzle machen.

Zur Person

Florian Schorpp (36) hat bis 2010 BWL  – Sportmanagement an der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau studiert. Nach seinem Praxissemester und seiner Abschlussarbeit beim FC St. Pauli ist er seit 2011 dort angestellt. Nebenberuflich lehrt Florian Schorpp als Dozent im Studiengang Sport- und Eventmanagement an der BiTS-Hochschule in Hamburg-Altona.

Text: Katharina Bormann, Foto: privat