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Einmal nach Ägypten, bitte!

20. November 2017 – Tourismusmanagement-Studentin Sarah Simons wollte eigentlich nicht unbedingt ins Ausland – bis sie den Arabisch-Kurs des Studiengang International Business belegt. Sie entscheidet sich: Ab nach Ägypten.

„Die Universität von Kairo war super freundlich und hat uns in allen Belangen unterstützt“, sagt Sarah. Ein Mitarbeiter des dortigen International Office organisiert für Sarah und ihre drei Freundinnen eine günstige Wohnung und holt sie sogar vom Flughafen ab. „Wir waren die einzigen International Students in diesem Semester. Sie haben sich hervorragend um uns gekümmert.“

Wie studiert es sich in Kairo?

Trotzdem waren die ersten Wochen in Kairo eine große Umstellung für die Halb-Marokkanerin. „Der Smog in der Stadt hat es anfangs sehr schwer gemacht, alles zu genießen“, meint die Studentin. Das liegt vor allem am starken Verkehr in der Stadt – alles und jeder benutzt das Auto. Auch Sarah und ihre Freunde müssen oftmals widerwillig ein Taxi benutzen – Gehwege oder Fußgängerampeln sucht man in Kairo vergeblich. „Selbst mit dem Fahrrad fahren kann gefährlich werden. Kaum jemand in Kairo beachtet die Verkehrsregeln wirklich.“

„Die Professoren sind mit den Studenten persönlichen befreundet“, sagt sie. Manchmal schreiben sich Dozenten und Studenten über soziale Medien, zum Beispiel eine Professorin auf Whatsapp. Das liege an den kleinen Klassen – höchstens 20 Leute in einem Kurs, manchmal sogar nur fünf. In den Vorlesungen wird gerne auf ein Skript verzichtet – das bedeutet zuhören, mitschreiben und nacharbeiten. „Manche Professoren haben ihre Vorlesungen super spannend gemacht,  indem sie eigene Anekdoten eingebaut haben.“, erzählt Sarah.

Kirche, Moschee und Synagoge nebeneinander

Dennoch: Für sie ist die Stadt wahnsinnig interessant und wunderschön. Die modernen Gegenden von Kairo mit den gewaltigen Shopping-Malls im amerikanischen Stil sind ein richtiger Hingucker, findet sie. Sarah besucht gerne das religiöse Viertel, wo Kirchen, Moscheen und Synagogen in einer Straße stehen, ohne dass es jemanden stört. Im größtenteils muslimisch geprägten Ägypten habe sie nie Feindschaften zwischen Religionen wahrgenommen. Ostern zum Beispiel feiert Sarah mit dem befreundeten Reiseveranstalter.

„Feiern? Das geht in Kairo eher weniger“, lacht Sarah. Es ist zwar grundsätzlich erlaubt, Alkohol zu trinken. In der Öffentlichkeit ist es dennoch sehr verpönt. Sarah geht gemeinsam mit ihren Freundinnen und Kommilitonen öfter essen. „Alles in Kairo ist super günstig, das kann man mit Deutschland kaum vergleichen“, meint sie. Vor allem frischer Fisch ist immer verfügbar und sehr lecker.

Wüstentour

In einer eiskalten, sternenklaren Nacht ohne Zelt in einer Wüste übernachten – ein wahrer Traum und zugleich Sarahs schönste Erinnerung an ihre Zeit in Ägypten. Geleitet wurde diese Tour von einem Wüstenvolk, das sich in der weißen Wüste niedergelassen hat.

Ihr Fazit? „Ich würde Ägypten definitiv weiterempfehlen. Vor allem für Studenten in International Business, die arabisch lernen und reden wollen, ist es eine super Entscheidung, sich Ägypten als Reiseziel auszusuchen.“ Sorgen um die Sicherheit? Sarah kann beruhigen: Überall werden Taschen kontrolliert. Gerade in den wohlhabenderen Gegenden hat sie sich selbst als Frau stets sicher und wohl gefühlt. „Ägypten war eine tolle Erfahrung für mich. Ich würde es jederzeit wiederholen!“

 

Text: Leon Merkert, Fotos: privat