Motorman Run im September: Muskeln, Dreck und Wahnsinn | hochschulenhoch3

Muskeln, Dreck und Wahnsinn

10. August 2017 – Abgedrehter als vergangenes Jahr kann es kaum noch werden – oder? Tausende Zuschauer, Läufer und 30 Grad im Schatten sorgten beim Motorman Run 2016 für nichts als Wahnsinn auf der Strecke. Und die Uhr tickt. Am 9. September, 14 Uhr, geht der Kampf gegen Dreck und zitternde Muskeln in die nächste Runde. Dieses Mal sorgen nicht nur drei brandneue Hindernisse für Action. Auch das Hirn muss Kopfstände machen. Und das alles bei 2500 Konkurrenten, also 500 harten Kerlen und Powerfrauen mehr als bisher. „Alle Plätze sind weg“, sagt Mit-Organisator Stefan Rüdele. „Es gibt aber eine Warteliste, falls noch jemand abspringt.“

Freie Bahn für Freaks

„Liebe Dreck. Liebe Wahnsinn“ ist das Motto des durchgeknallten Hindernislaufes, der in diesem Jahr schon in die achte Runde geht. Damit es bei den zusätzlichen Läufern auf der Strecke nicht zu nervigen Staus kommt, haben die Veranstalter einiges auf die Beine gestellt. So gibt es zum Beispiel das Hindernis „Wolke sieben“ in zweifacher Ausführung. Außerdem gehen die Teilnehmer des Förch-Laufs, der bisher parallel stattfand, eine Stunde später auf die Strecke. „So müssen die Athleten unterwegs nicht bei Engpässen warten. Die Freaks haben wirklich freie Bahn“, sagt Rüdele grinsend. Das ist wichtig, weil der Motorman Run Teil der OCR EC ist, dem Wettbewerb der europäischen Hindernisläufe. Nur die Besten der Besten dürfen hier an den Start gehen und sich mit weiteren Siegern aus anderen Ländern messen. Auch in diesem Jahr geht es für die Teilnehmer in Neuenstadt wieder über zwei jeweils acht Kilometer lange Runden, in denen rund 40 Hindernisse warten. Beim Parallelwettbewerb, dem Förch Run, muss die Hälfte bewältigt werden.

 

Mauer des Schweigens

Start und Ziel sind wieder an der Dreschhalle. Die Strecke ist mit kleineren Modifizierungen an die von 2016 angelehnt, sie führt sowohl über Wiesen und Felder als auch durch den Stadtkern. Sogar auf dem Marktplatz werden Hindernisse aufgebaut. „Dort soll ein weiterer Zuschauer-Hotspot entstehen“, erklärt Mit-Organisatorin Jutta Kutschera. Wer Angst vor Schmutz und Dreck hat, ist bei diesem Wettbewerb definitiv falsch. Denn neben bekannten Gemeinheiten wie der „Waschmaschine“ oder der „Mauer des Schweigens“ warten drei neue Hindernisse auf die Läufer. Es gibt Kabeltrommeln, die noch einen Tick größer sind, als die bisherigen. „Die alten sind nämlich letztes Jahr auseinandergebrochen“, sagt Rüdele. Außerdem dürfen sich die Teilnehmer mit Seilen eine Holzwand hochquälen, die an Containern angebracht ist. Schlussendlich haben sich die Veranstalter noch ein Hangelhindernis einfallen lassen. Besonders fies: Auch eine Denksportaufgabe wird eingebaut. Wer die nicht beantworten kann, muss bluten. Nur sprichwörtlich, natürlich. „Vielleicht werden denjenigen zehn Liegestütze aufgebrummt“, ist sich das Orga-Team noch nicht sicher.

Siegerehrung

Gekürt werden am Ende die schnellsten unter den harten Kerlen und den Powerfrauen sowie das verrückteste Team. Außerdem Paare, alte Hasen ab 60 Jahren, der Letzte an der Ziellinie und Sportler mit der längsten Anreise.

 

Text: Vanessa Müller, Guido Sawatzki