Johannes Günther | hochschulenhoch3

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6. April 2017 – Johannes Günther könnte man als den Dualstudenten par excellence bezeichnen: Nach seinem Bachelor Maschinenbau an der DHBW Mosbach, damals noch Berufsakademie (BA) Mosbach, sattelt der 31-Jährige 2012 den dualen Master oben drauf. „Ich war beim ersten Masterkurs für Maschinenbau dabei“, erinnert er sich. Sein Arbeitgeber hat zu dieser Zeit regelmäßig mehrere Bachelorstudierende. Für Masterstudierende gibt es im Unternehmen noch keine Regelungen. Johannes Günther wird zum Vorreiter in seiner Firma.

Duales Studium – wie funktioniert das?

Beim dualen Bachelorstudium wechseln die Studierenden im Dreimonatszyklus zwischen der Theoriephase an der Hochschule und der Praxisphase im Unternehmen. In den seltensten Fällen befinden sich Hochschule und Arbeit in der Nähe – viele pendeln zwischen zwei Wohnorten. Beim dualen Master sind die Studierenden nur während ihrer gewählten, meist dreitägigen Seminare an einem der Standorte der DHBW. Die übrige Zeit gilt dem regulären Beruf und nach Feierabend dem Selbststudium, Forschungs- oder auch Studienarbeiten.

 

Worin liegen die Vorteile des dualen Studiums? Wir haben Johannes Günther diese Frage gestellt. 

Hochschulenhoch3: Herr Günther, Sie sind vom Dualstudium überzeugt. Warum?

Johannes Günther: „Für mich ist die Kombination aus Theorie und Praxis, also Studieren und Arbeiten, der größte Vorteil. Es ist wie ein Komplettpaket. Wichtige soft skills im Job wie Teamfähigkeit lernt man nebenher. Ein weiterer Vorteil: Man verdient Geld und muss sich nicht mit Nebenjobs rumschlagen. Speziell diejenigen, die wie ich in die Industrie möchten, kann ich das Dualstudium empfehlen. Die Professoren und Dozenten kommen oft aus der Industrie, deshalb ist die Verbindung dorthin viel enger.

Hochschulenhoch3: Was sind die Schattenseiten?

Johannes Günther: Die Noten müssen stimmen – man darf sich keinen großen Patzer erlauben. Viele Arbeitgeber achten darauf. Das erhöht den Druck. Im Gegenzug sind die Übernahmechancen ziemlich gut: Immerhin hat der Betrieb drei Jahre Geld, Zeit und Ressourcen in die Ausbildung investiert.

Wie sind Sie auf das Dualstudium gestoßen?

Johannes Günther: Kurz vor den Abiprüfungen kam ein BA-Student an meine Schule und hat über diesen Studientyp informiert. Damals war ich mir schnell sicher, dass ich so auch studieren möchte. Das Konzept hat mich sofort überzeugt.

Hochschulenhoch3: Was raten Sie Bachelor-Absolventen, die auch ein Masterstudium machen möchten?

Johannes Günther: Sie sollen sich nach dem Bachelor genauestens überlegen: ‚Brauche ich den Master wirklich?‘ Immerhin kostet er viel Geld. Man sollte sich für diese Entscheidung unbedingt Zeit lassen und selbst entscheiden, ohne auf andere zu hören. Ich würde auch jedem raten, nach dem Bachelor ein- bis zwei Jahre zu warten, ehe man mit dem Master beginnt. Ich habe zwei Jahre gewartet, bis überhaupt das duale Masterstudium angeboten wurde. Diese Zeit hat mir viel gebracht: Ich konnte Erfahrung sammeln, die mir beim Master hilfreich waren.  

 

Text: Sarah Arweiler, Foto: privat