Konstruktionswettbewerb an der HHN | hochschulenhoch3

Frisbee-Weitwurf im Hochschulflur

21. Dezember 2017 – Wer Mechatronik und Robotik studiert, sollte was von technischen Prozessen verstehen. Beim Konstruktionswettbewerb der Hochschule Heilbronn zeigen die Studierenden im ersten Semester, wie viel Kreativität in ihnen steckt. Die Aufgabe: Baue eine mechanische Konstruktion, die ein Frisbee möglichst weit wirft. Der Wurf muss über einen Schalter oder die Fernbedienung eines Arduino-Kits gestartet werden.

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Was können die Konstruktionen?

Am Präsentationstag ist der Flur im D-Gebäude der Hochschule voll - dort ist später der Frisbee-Weitwurf. Studierende, Dozenten und Professoren sind gekommen. Zehn Teams zeigen ihre Arbeiten der letzten Wochen. Schnell zeigt sich: Die Aufgabe wurde auf unterschiedliche Arten gelöst. Neugierige Blicke huschen hin und her: Was haben die anderen Teams gebaut? Mal schießt die Frisbee durch angetriebene Räder oder Drehscheiben hervor, mal wird sie durch Laufbahnen geschoben, ein Mal auch von einem Wurfarm weggeschleudert. Was können die Konstruktionen? Wie weit fliegt das Frisbee? Das erste Modell schleudert 16 Meter weit. Lauter „Oohhs“ und „aahhs“ schallen durch den Flur, es gibt Applaus. „Ein schöner Flug zum Start“, ist Professor Peter Ott begeistert.

Team 3 präsentiert ihre Konstruktion mit Namen „Top Spin“ – „kompakt und zuverlässig“, sagt Student Daniel Faceira. Zwei Antriebsräder werden über einen Motorrad-Anlasser angetrieben. Das hintere Rad beschleunigt auf 90 Kilometer pro Stunde, das vordere auf 180. Der Student legt das Frisbee unter die Räder, im nächsten Moment schießt es pfeilschnell nach vorne und fliegt, fliegt, fliegt. Der Flur ist nach gut 23 Metern zu Ende, das Frisbee knallt fast gegen die Wand. „Da werden es die anderen Teams schwer haben“, ist sich Professor Wolfgang Wehl sicher.

Diese Distanz erreicht keine weitere Flugscheibe. Mal sind es 14 Meter, mal 2 Meter, ein Frisbee landet unmittelbar vor ihrem Abwurfmodell: 90 Zentimeter. „Dafür sieht es gut aus“, scherzt eines der Teammitglieder. „Top Spin“ bleibt unangefochten.

Auf dem Siegertreppchen

Da überrascht es kaum, dass sich das Team von „Top Spin“ den ersten Platz sichern. Max Sauermann, einer der Konstrukteure: „Wir waren uns schon sehr früh einig, dass ein Zwei-Rad-Antrieb die richtige Konstruktion ist.“ Teamkollege Daniel Faceira erklärt: „Unser Ziel war, so viel Leistung wie möglich auf die Frisebeescheibe zu bringen, ohne dass sie zerbricht. Deshalb brauchten wir auch zwei Räder: Das eine zum vorbeschleunigen, das zweite für die Endbeschleunigung.“ Nach über zehn Jahren Berufserfahrung in der Industrie weiß Daniel, wovon er spricht.

Verdutzte Gesichter, als der zweite Platz an Team 10 mit ihrem vollautomatisierten Wurfarm geht – ihre Konstruktion schleuderte das Frisbee nur elf Meter. Juror Michael Franz, Entwicklungsingenieur bei Schunk, erklärt: „Es zählt nicht ausschließlich der weiteste Wurf, sondern auch die Dokumentation und die gegenseitigen Teambewertungen.“ Team 10 orientierten sich als Einzige an der natürlichen Wurfbewegung des menschlichen Arms. Die Natur als Vorbild zu nehmen überzeugte die Jury in ihrer Bewertung.  

 

Text und Fotos: Sarah Arweiler