Offenes Ohr für die Sorgen Studierender | hochschulenhoch3

Die Seelsorgerinnen an der Hochschule

6. Oktober 2017 – Zuhören. Einfach da sein. Leute zusammenbringen. Vermitteln. Auswege suchen. Helfen, wenn nötig. Das ist Hochschulseelsorge. Seit Semesterbeginn teilen sich zwei junge Frauen die Theologenstelle an der Hochschule Heilbronn (HHN). Ein Plakat verkündet ihre Sprechzeiten. Und schon wird den beiden auf den Fluren in Sontheim und auf dem Bildungscampus freundlich entgegen gelacht. Cornelia Reus (29) und Christine Marschall (32) fühlen sich hoch willkommen. 160 Studierende, Mitarbeiter, Professoren begrüßten sie bei ihrem Einführungsgottesdienst zum Semesterauftakt in der Aula in Sontheim.

Treffpunkt für Christen

Weinwanderung, Plätzchen backen, Taizégebet. Das sind die bekannten Angebote und natürlich finden sie sich wieder im Flyer, den die evangelische Pfarrerin Christine Marschall zusammengestellt hat. Darüber hinaus macht das Faltblatt zum ersten Mal sichtbar, wo sich Christen in der Hochschule treffen – dienstags etwa im Gesprächskreis für Mitarbeitende, mittwochs im Studentenbibelkreis. Interessierte finden auch Heilbronner Veranstaltungen, eine Churchnight, den Reformationsgarten.

Beratung in vier Sprachen

Für Cornelia Reus ist es die erste Stelle als Pastoralreferentin. Mit ihrer evangelischen Kollegin verbindet sie große Auslandserfahrung: Reus war nach dem Abitur mit dem weltkirchlichen Friedensdienst in Thailand und arbeitete in einem Tageszentrum für Prostituierte. Christine Marschall zog es damals nach Chile, in ein Kinderheim und zur Arbeit mit Straßenkindern. In der sozialen Arbeit fällten sie beide die Entscheidung, Theologie zu studieren. Heute verfügen die Seelsorgerinnen über ein reiches Sprachenrepertoire: Englisch, Spanisch, Deutsch. Christine Marshall: „Unser Französisch lernen wir mit den Kamerunern wieder.“ In ihrer zweiten Diensthälfte ist Cornelia Reus Pastoralreferentin in Sontheim. Die St. Martinus-Kirchengemeinde hat sie Mitte September in ihrem ersten Gottesdienst erlebt. Welche Aufgaben bei den Katholiken „auf dem Bau“ auf sie zukommen, weiß Cornelia Reus noch nicht. Nur so viel: Es wird viel. Und es muss alles neu eingeteilt werden.

Vor Ort in Sontheim

Raum A 114 auf dem Campus in Sontheim sind die Hochschulseelsorgerinnen anzutreffen. Dienstags und mittwochs von 15 bis 18 Uhr, donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr ist eine der beiden Theologinnen auf jeden Fall anzutreffen. „Wir kommen auch auf den Bildungscampus“, das gilt vor allem für Christine Marschall, die an der benachbarten Nikolaikirche Pfarrerin ist. Cornelia Reus ist mit ihrem halben Stellenauftrag an der Hochschule auch für Künzelsau und Schwäbisch Hall zuständig. Dort kann sie keine regelmäßige Sprechzeiten einrichten, will aber aus der Ferne Ansprechpartnerin sein. 2019 werden die Seelsorgerinnen ein Büro auf dem Bildungscampus beziehen, gleich daneben ist dann auch ein Raum der Stille.

Text und Foto: Gertrud Schubert