EBM Papst investiert nicht am Campus Künzelsau | hochschulenhoch3

EBM-Papst gibt Institutsneugründung am Campus Künzelsau auf

18. Oktober 2017 – Es ist ein Paukenschlag: Der Ventilatorenhersteller EBM-Papst wird kein Forschungsinstitut am Hochschulstandort Künzelsau gründen. „Wir wollten die dortige Agenda Technik unterstützen, gleichzeitig wäre das Institut eine gute Möglichkeit gewesen, Forschungstrends und -entwicklungen nur wenige Kilometer von der Unternehmenszentrale entfernt zu verfolgen. Doch bei den Verhandlungen mit den Behörden wurde klar, dass die Barrieren dafür zu hoch sind“, begründete Stefan Brandl, der Vorsitzende der Geschäftsführung, diesen überraschenden Schritt.

Dabei waren die Planungen für dieses auch für die Hochschule Heilbronn und den Campus Künzelsau so wichtige Institut weit fortgeschritten. „Die Ausgestaltungs- und Baupläne liegen fertig in der Schublade“, betont Dr. Bruno Lindl, der das Projekt von Anfang an federführend begleitet hatte. Nun muss das Kapitel geschlossen werden.

Vier Millionen Euro

Seit 2014 gab es beim Mulfinger Unternehmen Überlegungen, ein eigenes Forschungsinstituts am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn zu gründen. EBM-Papst wollte dafür knapp vier Millionen Euro in Gebäude und Ausstattung sowie in die Beschäftigung von Professoren und Dozenten investieren. Weitere drei Millionen waren für die Betriebskosten in den Folgejahren vorgesehen.

Das Projekt war Teil ehrgeiziger Pläne zum Ausbau des Campus an der Hofratsmühle, der den Namen Reinhold Würth-Hochschule trägt. So will die Stiftung Würth für acht Millionen Euro einen Neubau mit Räumen für Studium, Lehre und Verwaltung finanzieren. Insgesamt sollen die technischen Studiengänge stärker auf die Bedürfnisse einheimischer Firmen zugeschnitten werden. 

Stiftung Würth steht weiterhin zur Zusage

Mit Bedauern nahm die Stiftung Würth die Entscheidung zur Kenntnis. "Wir von der Stiftung Würth stehen nach wie vor zu unserer Zusage und Plänen zum Ausbau der Reinhold Würth Hochschule. Durch den gemeinsamen Wettbewerb und die Ausführungsplanung bis hin zum gemeinsamen Bauantrag ist das Gebäude so nicht mehr umsetzbar. Wir suchen nach alternativen Lösungen. Leider ist der vorgesehene Baubeginn im November 2017 nicht mehr einzuhalten."

 

Text: Thomas Zimmerman, Foto: Archiv