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Hochschule Heilbronn

Professoren und die Gehaltsfrage

Der Kanzler der Hochschule Heilbronn, Lars Kulke, ist für Etat und Personalverwaltung verantwortlich und muss neuen Professoren die Gehaltsfrage beantworten und die Besoldung erklären.
Wenn Fachleute aus der Wirtschaft für einen Professoren-Job gewonnen werden sollen, muss Lars Kulke auch immer wieder die Gehaltsfrage beantworten. Foto: HSt

Wer in der Hochschule Heilbronn (HHN) einen Vertrag als Professor unterschreibt, nimmt Gehaltseinbußen in Kauf. "Im Vergleich zur Industrie verdienen sie hier weniger − alle." Kanzler Lars Kulke, verantwortlich unter anderem für den Etat und die Personalverwaltung der HHN, fände eine höhere Besoldung ausgesprochen hilfreich. Und das obwohl Baden-Württemberg im Vergleich zu den anderen Bundesländern noch am besten bezahlt.

Seit 2005 die sogenannte W-Besoldung eingeführt wurde, erhält jeder neue Professor ein Grundgehalt und eine variable Leistungszulage. Das Bundesverfassungsgericht hat vergangene Woche entschiedene, dass dieses Grundgehalt bei einem hessischen Professor zu wenig sei. Das Urteil wirft auch ein Schlaglicht auf die Gehälter in anderen Bundesländern: Sind sie angemessen? Und wie ist das Verhältnis zu älteren Professoren, die weiter nach der sogenannten C-Besoldung bezahlt werden und demnach ein höheres Gehalt ohne Zulage bekommen.

Gehälter an der HHN

4578,74 Euro Grundgehalt bietet die Hochschule Heilbronn einem neuen Professor monatlich. Dazu kommen für den Anfänger sogenannte Berufungsbezüge. "Verhandeln ist üblich", erklärt Lars Kulke. Wenn ein Bewerber in der Industrie das Doppelte verdient habe, werde eine Einmalzahlung oder eine meist unbefristete Zuzahlung vereinbart, "um die Leute zu gewinnen". Rektor und Kanzler führen diese Verhandlung, doch der Finanztopf, aus dem solche Leistungsbezüge kommen, hat einen Deckel. Er errechnet sich aus dem Besoldungsdurchschnitt der Professoren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften.

Hinzu kommen auch Leistungsbezüge, die es für Publikationen, Preise, Evaluation, Projekte oder die Weiterbildung gibt. Rein rechnerisch könnte ein Professor auf 11 401,68 Euro kommen, inklusive Grundgehalt. So viel bekommt an der HHN aber keiner. An allen Fachhochschulen ist den Professoren zudem eine Nebentätigkeit erlaubt, acht Stunden pro Woche werden vom Rektor genehmigt. Viele an der HHN arbeiten zusätzlich als Berater, führen eigene Firmen.

Professor Oliver Lenzen, Dekan an der Fakultät Technik I der HHN, sieht zwei Seiten der Gehalts-Frage. Selbstverständlich könne man mit 4500 Euro Grundgehalt leben. Doch "angemessen ist das nicht". Er vergleicht die berufliche Aufgabe und gesellschaftliche Stellung des Professors mit der eines Unternehmers. Es ist gut möglich, dass ein Hochschulabsolvent als Ingenieur auf seiner ersten Stelle genauso viel verdient wie der Professor, bei dem er gerade sein Bachelor-Examen abgelegt hat. Die Vorteile des Professorentums, die Absicherung als Beamter, bestreitet Lenzen nicht. Und sagt: "Ich mag das Gejammer übers Gehalt nicht."

Bezahlung an einer privaten Hochschule

Für die private German Graduate School in Heilbronn (GGS) ist es anders als an der staatlichen HHN selbstverständlich, mit den Gehältern gleichzuziehen, die die Industrie bietet, berichtet Pressesprecher Markus Schwarzer. Schließlich könne seine Hochschule keinen Beamtenbonus bieten.