"Man hätte es nicht besser machen können"

19. Dezember 2016 – Im Job erfolgreich sein, sich weiterqualifizieren und noch Zeit haben für Familie und Freunde – wie kann das funktionieren? Der Schlüssel ist die Online-Lehre. Ob morgens um fünf vor dem PC oder spät abends – MOOC‘s (Massive Open Online Course) bieten Berufstätigen maximale Flexibilität. Ein zusätzlicher Trumpf: In Online-Kursen vernetzen sich Studierende und Interessierte außerhalb einer bestimmten Hochschule und tauschen ihr Wissen aus.

Die German Graduate School (GGS) bietet seit Oktober ein komplettes Seminar des MBA-Studiengangs als Online-Kurs an. Das Thema lautet "Human Resource Management in the Digital Age" und passt ideal zur neuen Lehr- und Lernform. Über Videos vermitteln Professor Andreas Eckhardt und Post-Doc David Wagner die Theorie. Fachgespräche mit Experten aus der Praxis, ebenfalls per Video, ergänzen die Inhalte. In Foren und Chats erledigen die Studierenden interaktiv Gruppenaufgaben, bilden Lerngruppen oder führen Fachdiskussionen. Der Unternehmer Samy Mekky aus Heilbronn ist einer der Teilnehmenden des Online-Kurses. Hochschulenhoch3 erzählt er von seinen Erfahrungen.

 

 

Samy Mekky

Samy, du bist kein Studierender der GGS. Wie bist du auf den Online-Kurs gestoßen?

Samy: Ich interessiere mich schon länger für ein MBA-Studium. Als ich im September am Infotag an der GGS war, wurden alle Gäste zu dem MOOC eingeladen. Der Titel „Human Resource Management in the Digital Age“ hat mich sofort angesprochen.

Warum?

Samy: In meinem beruflichen Umfeld höre ich immer wieder von dem „Tsunami Digitalisierung“, der auf uns zu kommt. In dem Kurs geht es darum, wie das Personalmanagement im digitalen Zeitalter gelingt. Ich dachte mir: „Das darfst du nicht verpassen“.

Wie sind deine Erfahrungen mit dem Online-Kurs der GGS?

Samy: Ich komme aus dem E-Learning Bereich – ich weiß, wo die Knackpunkte liegen: Wenn man abends Zuhause sitzt und sich dann noch für einen Online-Kurs aufrappeln muss, geht oft die Motivation schnell verloren. Die Abbruchraten sind hoch. Der GGS-Kurs ist so aufgebaut, dass genau das nicht passiert: Die einzelnen Videos sind mit sieben bis zehn Minuten nicht zu lang, so fällt die Konzentration nicht ab. Am Ende jedes Moduls müssen Gruppenaufgaben zum Thema gelöst werden, die das Interesse und die Motivation hoch halten. Man hätte es nicht besser machen können.

Welche Gruppenaufgaben denn zum Beispiel?

Samy: Bei einer Aufgabe sollten wir als Manager im Food-Bereich über eine Werbeanzeige Personal rekrutieren. Bei einer anderen sollten wir eine Fachdiskussion zum Einsatz von E-Learning im Human Resource -Bereich führen. Für die Aufgaben habe ich mich mit meiner Gruppe über Skype getroffen. Die Teilnehmenden werden selbst aufgefordert, digitale Tools zu nutzen. Das macht es spannend.

Hast du dich mit deiner Gruppe auch mal persönlich getroffen?

Samy: Nein, immer nur über Skype oder What’sApp. Wir haben es uns aber fest vorgenommen. Unser Teamgeist ist im Laufe des Kurses so gewachsen, dass wir nach weiteren Online-Kursen schauen, die wir wieder gemeinsam belegen.

Wie kannst du die Kenntnisse aus dem Online-Kurs in deinem Job anwenden? 

Samy: Andreas Eckhardt und David Wagner zeigen, wie wichtig Human Resource Management ist, um gesteckte Unternehmensziele zu erreichen. Die Mitarbeiter müssen auf die digitale Welle aufspringen, man muss ihnen aber die Angst davor nehmen. Das gebe ich an meine Kunden weiter. Ich nehme aus dem Kurs so viel wertvolles Wissen mit, dass die Abteilungsleiter meiner Firma auch beim nächsten MOOC der GGS teilnehmen sollen.

Wie sieht es mit deinem MBA-Studium aus?

Samy: Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall an der GGS anfangen. Meine Erwartungen sind jetzt so hoch, dass ich nirgendwo anders mehr studieren kann als dort.

Zur Person

Samy Mekky ist selbstständig im Bereich Softwareentwicklung. In seiner Firma entwickelt und vertreibt eine Abteilung E-Learning-Produkte an Schulen, Universitäten und Unternehmen. Der 35-Jährige Halbägypter pendelt mit seiner Frau und den beiden Töchtern zwischen Heilbronn und Kairo.

Text: Sarah Arweiler, Foto: privat