GGS-Studienreise in die USA | hochschulenhoch3

Kokosnuss trifft auf Avocado

15. März 2018 – Anfang April geht es los: Studierende der German Graduate School of Management and Law (GGS) in Heilbronn fliegen in die USA. Neben kulturellen Attraktionen stehen Besuche bei deutschen und amerikanischen Unternehmen und Universitäten auf dem Programm. Ziel der Studienreise: Erfahrungsaustausch und Einblicke in die amerikanische Unternehmenswelt.

Um Irritationen mit Gesprächspartnern vor Ort zu vermeiden, veranstaltete die private Hochschule ein Vorbereitungsseminar zur Reise. GGS-Professor Markus Vodosek hat mehr als zehn Jahre in den USA gelebt und gearbeitet. „Ich bin zum Code-Switcher geworden: Ich kann zwischen den amerikanischen und deutschen Gepflogenheiten hin und her switchen“, scherzt er.

Unter Geschäftspartnern ist ein kräftiges Händeschütteln, wie es in Deutschland gemacht wird, nicht üblich, sagt Vodosek. Amerikaner würden es bei einem freundlichen „Hi“ belassen. Anzügliche Witze sollten vermieden werden, warnt der USA-Experte. „Ein No-Go. Niemand wird darüber lachen. Das gehört sich in den USA einfach nicht.“

Mehr Baseball und Football als Trump

Donald Trump ist in den Vereinigten Staaten ein ebenso großes Thema wie in Deutschland – wer aber erwarte, dass der Präsident häufiges Gesprächsthema sei, der irrt, sagt Vodosek. „Im Leben der Menschen spielt Trump keine große Rolle. Die Leute sprechen mehr über Baseball und Football.“ Grundsätzlich seien Amerikaner sehr offene Menschen. „Wenn Sie einen Inlandsflug von New York nach San Fransisco buchen und neben einem Amerikaner sitzen, werden Sie bei Ankunft seine ganze Lebensgeschichte und die seiner Familie kennen“, berichtet Vodosek.

Doch bei all der Offenheit und Freundlichkeit gegenüber Fremden dürfe man sich bei Geschäftsverhandlungen nicht täuschen lassen. Amerikaner blenden Freundschaften aus, es werde knallhart verhandelt, betont Christopher Stehr. Er ist Professor für internationales Management an der GGS und leitet die Studienreise.

Harte Schale, dünne Schale

„Ein Bekannter aus den USA hat mir die Unterschiede zwischen beiden Gesellschaften so erklärt: Der Deutsche ist wie eine Kokosnuss, der Amerikaner ist eine Avocado“, sagt Stehr. Die Deutschen hätten eine harte Schale, es brauche viel Ausdauer und Energie, um sie zu knacken. Habe man das geschafft, könne man von dieser Bekanntschaft lange zehren. Bei Amerikanern sei es umgekehrt: Sie haben eine dünne Schale, man kann schnell gute Kontakte aufbauen. An den Kern komme man aber sehr schwer ran.

Studentin Sonja Westenhöfer reiste vergangenes Jahr mit der GGS nach China. Die Reise in die USA lässt sie sich nicht entgehen. „China hat mich vom Hocker gehauen. Wir hatten Einblicke in die Geschäftswelt, ins politische und kulturelle Leben. Das bekommt man so nirgends geboten.“ Über die USA werde viel gezeigt, gesprochen und geschrieben. Sie möchte einen eigenen Eindruck vom Land und den Menschen gewinnen. Kommilitone Christian Ott verfolgt geschäftliche Ziele. „Unsere Firma streckt gerade die Fühler in Richtung USA aus. Ich will die Reise nutzen um zu sehen, wie ich mich beruflich darauf einstellen muss.“

 

Text: Sarah Arweiler, Fotos: GGS