Studienreise nach China | hochschulenhoch3

Trip nach China

8. März 2017 – Anfang April geht es los: Studierende der German Graduate School (GGS) fliegen nach China. Neben kulturellen Attraktionen stehen Besuche bei Unternehmen und Universitäten auf dem Programm. Ziel der Studienreise: Erfahrungsaustausch und Einblicke in die chinesische Unternehmenswelt.

Um Irritationen mit Gesprächspartnern vor Ort zu vermeiden, veranstaltet die private Hochschule ein Vorbereitungsseminar zur Reise. Referentin Nina Dziatzko, die selbst in China gelebt hat, schult die Gruppe in den gängigsten Gepflogenheiten der Chinesen. Bei der Übergabe von Gastgeschenken sollten sich die Studierenden von einer ersten freundlichen Ablehnung nicht verunsichern lassen. „In China ist es unhöflich, Geschenke direkt anzunehmen“, erklärt die Expertin. Man müsse das Geschenk mehrmals anbieten und sein Gegenüber regelrecht überreden, bis es schließlich dankend angenommen werde. Gleiches gelte auch für Komplimente.

Fallen

Vorsicht sei bei der Übergabe von Visitenkarten geboten. Diese werden immer mit beiden Händen, vergleichbar mit einem Geschenk, übergeben. Chinesen erwarten, dass man die Karte intensiv liest und diese wertschätzt. Nina Dziatzko empfiehlt, den Visitenkartentausch als Gesprächseinstieg zu nutzen. Auf keinen Fall sollte die Karte mit einer Hand angenommen und gleich in die Hosentasche gesteckt werden, wie es in Deutschland oft üblich ist. Dies komme einer Beleidigung des Geschäftspartners gleich.

Geht man mit Chinesen ins Restaurant, nimmt der Gastgeber eine entscheidende Rolle ein: Er bestellt für alle das Essen und die Getränke und zahlt auch die Rechnung. Wichtig ist die Sitzordnung am Tisch. Der Gastgeber sitzt immer gegenüber der Tür. Dieser Platz ist von vorneherein für ihn reserviert. Wird das Essen serviert, kommen alle Gänge gleichzeitig – von der Vorspeisesuppe bis zum Dessert. Häufig stapeln die Bedienungen die Teller, damit alles auf den Tisch passt.

Dziatzko: „Es ist unhöflich, den Teller leer zu essen.“ Denn dann glaube der Gastgeber, er habe zu wenig bestellt und ordert sofort nach. Eine Falle lauert auch bei alkoholischen Getränken: Hier bestimmt ebenfalls der Gastgeber, was getrunken wird, wann und wie oft. Häufig passiere es daher, dass die Gäste sturzbetrunken das Restaurant verlassen, weiß die China-Expertin.

Große Erwartungen

Einer der Teilnehmenden der Studienreise ist Fabian Habermaaß, Alumni der GGS. Der Produktplaner bei Audi war schon zwei Mal geschäftlich in China. „Ich will mehr von diesem riesigen Land sehen“, erklärt er. „Wenn man auf Geschäftsreise ist, kommt man bis auf seine Geschäftspartner kaum mit Landsleuten in Kontakt.“ 2015 war der 31-Jähige mit der GGS schon in Russland. Von damals wisse er, dass die Studienreisen immer toll organisiert seien. „Wir bekommen in den knapp zwei Wochen so viel zu sehen – es ist unmöglich, das auf eigene Faust zu planen. Die Einblicke in die Unternehmen sind immer spannend“, sagt Fabian Habermaaß.

Andreas, 38, reiste vergangenes Jahr nach Brasilien. Die Reise nach China will sich der LLM-Student auch nicht entgehen lassen. „Die Reisen sind eine tolle Möglichkeit, in das Land und dessen Kultur reinzuschnuppern. China fasziniert mich schon lange“, sagt er. „Du bekommst so viel Input, das bietet dir kein Reiseveranstalter.“

Kevin Mehnert war schon als Student an der DHBW Mosbach für vier Wochen in China. „Das war eine super Erfahrung. Die Kultur ist anders, die Menschen sind dort anders. Ein großer Unterschied gegenüber Deutschland“, weiß er. Deshalb nutzt er die Gelegenheit, als Student für Handelslogistik an der GGS wieder nach China zu reisen. Privat stehe das Land zwar nicht auf der Liste seiner liebsten Urlaubsziele, aber die Einblicke in die chinesische Unternehmenswelt machen ihn neugierig. „Es wird bestimmt ein interessanter Erfahrungsaustausch. Vielleicht kann ich Kontakte knüpfen, die ich später beruflich noch brauchen kann.“ Der 24-Jährige arbeitet bei der Lidl Stiftung in der internationalen Logistik. In einem Punkt ist sich Kevin Mehnert schon vor der Reise sicher: Durch den Chinaaufenthalt wird er sich persönlich weiterentwickeln. „Je mehr Erfahrung ich habe, desto mehr kann ich davon in meinen Job einbringen.“

 

Text: Sarah Arweiler, Fotos: GGS