Start-Up „Smart Cooler“ - Intelligenz für Kühlschrank und Einkaufsliste

12. Juni 2017 – Josef Stöger, geboren in Südafrika, studiert in Heilbronn Robotik und Automation. Neben seinem Studium ist er als Softwareentwickler tätig. Er ist fest entschlossen, ein Start-up zu gründen und sich damit seinen Traum zu erfüllen. Seine Idee: die Software Smart Cooler – Intelligenz für Kühlschrank und Einkaufsliste.

Smart Cooler – was steckt dahinter?

Josef Stöger hat eine Software entwickelt, die, knapp gesagt, den Kühlschrank simuliert. Er nennt sie „Smart Cooler“. Er ist sich sicher: Mit ihr wird das Management im Haushalt deutlich einfacher. Josef: „Jeder kennt es doch: Du hast einen langen Arbeitstag, bist auf dem Heimweg und überlegst, was du denn noch Zuhause im Kühlschrank hast. Ist es  genug um etwas zu kochen oder musst du noch einkaufen?“ Aus diesen Überlegungen  entstand seine zündende Geschäftsidee.

Durch die Software ist der Kühlschrank mit dem Smartphone verbunden. Beim Einkauf scannt der Kunde jedes Produkt per QR-Code. Die Software speichert automatisch das Produkt, seine Inhaltsstoffe, das Verfallsdatum und den Hersteller. Dadurch hat er jederzeit den Überblick über die Dinge in seinem Kühlschrank. Mit der Verbindung des Herstellers integriert Josef eine Call-Back-Funktion, die Rückrufaktionen konsequenter umsetzt.

Das Herzstück der Software ist die Rezeptfunktion. „Der Smart Cooler ist direkt mit dem Internet verbunden“, erklärt Josef. Wenn ein Produkt im Umkreis reduziert oder etwas Neues im Angebote ist, gibt die Software Rezeptvorschläge mit den Produkten im Kühlschrank. „Somit hat man nicht nur ein Rezept für den Tag, sondern auch gleich eine Einkaufsliste mit den noch fehlenden Produkten.“ Diese Rezeptfunktion lässt sich auch auf die Anzahl der Personen anpassen und berücksichtigt individuelle Vorlieben. „Wenn eine Person im Haushalt Diabetiker ist, arbeitet der Algorithmus so, dass entsprechende Rezepte aufgelistet werden. Man kann auch als Sportler seinen Ernährungsplan anpassen: Der tägliche Bedarf an Eiweiß oder Kohlenhydrate muss einmalig eingetragen werden. Die Rezeptfunktion schlägt dann die passende Gerichte vor.“

Smart Home – die Zukunft?

Mit dem Begriff Industrie 4.0 fokussieren sich viele Unternehmen immer mehr auf die Vernetzung im privaten Wohnbereich. Amazon setzt dies mit „Echo“ um, Bosch mit „Smart Home“ und Philips mit dem Lichtsystem „Hue“. Josef beschäftigt sich auch im Studium mit Automatisierung und Software-Entwicklung und sieht mehrere Nischen. Mit seiner Idee möchte er einen Beitrag zum Konzept Smart Home leisten.

Die Softwareanwendung, das Design und die Algorithmen stehen. Derzeit arbeitet Josef an der Perfektionierung der mobilen Anwendung. Bei Fragen helfen ihm zwar seine Professoren, doch er arbeitet meistens alleine. „Ich brenne für diese Idee. Derzeit arbeite ich noch an einem Home-Server, um auch Amazons „Alexa“ zu integrieren. Aber im Grunde habe ich alles fertig.“

Anfangs sagten Josef einige, dass seine Idee zwar sehr gut sei, die Umsetzung aber schwierig. Ob er überhaupt damit Geld verdiene, sei fraglich. „Darum geht es mir aber nicht. Mir geht es darum, meine Idee zu verwirklichen und meine Vision mit der Gesellschaft zu teilen. Ich möchte immer weiter gehen anstatt stehen zu bleiben.“ Sein Tipp: Man soll sich nicht von Angst oder Hemmungen treiben lassen, sondern für seine Idee und Leidenschaft stehen. „Ich hoffe, dass sich weitere Studenten für Start-ups interessieren und ihre Ideen verfolgen.“

Text: Murtaza Sayan, Foto: privat

Was genau ist ein Start-up?

Ein Start-Up ist die erste Phase eines neu gegründeten Unternehmens. Es sind „junge, noch nicht etablierte Unternehmen, die zur Verwirklichung einer innovativen Geschäftsidee mit geringem Startkapital gegründet werden“. Die Gründerszene in Heilbronn gewinnt dank der gründerfreundlichen Wirtschaftskultur der letzten Jahre zunehmend an Schwung. Auch Studierende in der Region sollen ihre Geschäftsidee nicht in der Schublade aufbewahren – egal wie ausgefallen sie ist. In Kursen und Workshops an der Hochschule Heilbronn wird gezeigt, was bei der Unternehmensgründung zu beachten ist.