Brauchen junge Heilbronner eine eigene Eventhalle? | hochschulenhoch3

Brauchen junge Heilbronner eine eigenen Eventhalle?

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    In dieser Halle in der Hafenstraße planen die Projektentwickler eine Location für junge Leute.

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    So in etwa könnte es in der umgebauten Halle von aussen aussehen. Animation: Architekt Udo Richter

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    So stellen sich die Planer die Innenansicht  vor.

 

7. Februar 2017 – Unter Schülern, Studenten und jung Gebliebenen im Unterland ist es aktuell das dominierende Thema: ein neue Halle für die Jugend im Hafengebiet neben dem Hip Island. Der Projektentwickler Gastrotreuhand GmbH würde an der Hafenstraße 11 gerne eine flexibel bespielbare Location für junge Leute etablieren. Der Jugendgemeinderat ist begeistert, weil er sich schon seit 20 Jahren eine alternative Veranstaltungsstätte für Abi-Feten, Parties oder Konzerte wünscht. Die Stadtverwaltung ist von dem Projekt nicht überzeugt, weil sie sich dort „hafenaffine Nutzungen“ wünscht.

Möglicher Standort an der Hafenstraße 

 

Wie die Heilbronner Stimme berichtet, tut sich für die Eventhalle an der Hafenstraße ein Standort auf: Der Logistik-Unternehmer Franz Alt ist bereit, einen Teil seiner 7000 Quadratmeter großen als Lager und Büros genutzte Hallen zur Verfügung zu stellen – und einem Projektentwickler sogar in finanzieller Hinsicht entgegen zu kommen. In direkter Nachbarschaft zum Neckarkanal sei dies „ein schöner Beitrag zum Thema Stadt am Fluss“, der den etwas heruntergekommenen Bereich aufwerten würde, meint Alt.

Auch ein Projektentwickler ist tatsächlich schon gefunden: die Gastrotreuhand GmbH Heilbronn, die mit ihrem Geschäftsführer Thomas Aurich und Gesellschaftern wie Anwalt Roland Pfefferle einige Leuchtmarken in der Stadt gesetzt hat: vom Hagenbucher-Biergarten übers Lichterfest, von der Caipirinha-Bar bis zum Lokal Mangold im Marrahaus. Auch fürs Strandlokal Hip Island war man einst Ideengeber.

Dem Rathaus liegt inzwischen eine Bauvoranfrage vor. Die Pläne von Architekt Udo Richter sehen vor, einen rund 1000 Quadratmeter großen Bereich der ehemals als Wäscherei und Färberei und zuletzt als Lager genutzten Alt-Hallen für Veranstaltungen nutzbar zu machen. Kostenpunkt: 1,6 Millionen Euro. Wobei der Werkstatt-Charme erhalten bleiben soll. Das meiste Geld müsste in den Brandschutz fließen.

Die nächste Sitzung des Jugendgemeinderat ist am Donnerstag, 9. Februar, 18 Uhr, im Rathaus. Der Punkt steht aber offiziell nicht auf der Tagesordnung, könnte aber unter Anfragen angesprochen werden.

Lesermeinungen

Fabian Wiedenhöfer, Student an der Hochschule, zeigt sich bei Facebook von der Idee begeistert. "Gerade für Hochschulpartys wäre ein Raum für mehr als 1000 Personen wichtig. Die Semestereröffnungspartys am Campus Sontheim sind völlig überlaufen (800 max.) und hunderte wollen noch Karten", schreibt er. Allerdings müsse die Halle preislich attraktiv sein. Thomas Joos glaubt, „dass Heilbronn das braucht, wenn die Stadt bei Studenten besser ankommen will“. Bisher sei das Angebot im Vergleich mit „echten Studentenstädten ja eher überschaubar“.

Einen anderen sozialen Aspekt tippt Werner Beyl: „Junge Leute brauchen definitiv eine Alternative“, damit sie „nicht auf der Straße rumsitzen müssen“. Etwas zynisch merkt Stefan Nowak an, „nee nee, sowas braucht Heilbronn nicht; lieber noch ein Einkaufszentrum, ‘nen Bau- oder Elektronikmarkt oder sonst was in der Richtung“.

Nicht zuletzt klinkt sich der ehemalige Vorsitzende des Heilbronner Jugendgemeinderates (JGR), Patrick Kuhn, in die rege Diskussion ein und betont: „Wir bitten alle Jugendliche um Unterstützung, damit wir das Projekt so schnell wie möglich umsetzen können.“

 

Text: Kilian Krauth und Sarah Arweiler, Foto: Dennis Mugler, Animation: Architekt Udo Richter