Baubeginn für unterirdische Mensa auf dem Bildungscampus Heilbronn | hochschulenhoch3

Erste Konturen der unterirdischen Mensa auf dem Bildungscampus

31. Juli 2017 – Es fällt schwer, sich die neue Mensa vorzustellen. Wo sich jetzt gleich neben dem CAS-Turmbau ein gewaltiges Bauloch auftut, werden in naher Zukunft zwei grüne Hügel liegen – und darunter die Mensa für 600 Studierende. Das Architekturbüro Auer Weber baut im Auftrag der Dieter-Schwarz-Stiftung (DSS) auf dem Bildungscampus West ein ungewöhnliches Erdhügelhaus: unterirdisch und doch licht, unauffällig und einzigartig, das Dach eine begehbare Rasenfläche.

Mut zu ungewöhnlichen Bau

Ursprünglich sollte die neue Mensa im einzigen nicht abgerissenen historischen Gebäude auf dem Bildungscampus untergebracht werden, der Wagenhalle mit ihrem wellenförmigen Dach. Doch mittlerweile setzte sich die Auffassung durch, dass sie viel zu klein ist. Nie und nimmer könnten hier täglich 1500 Essen ausgegeben werden.

Plötzlich kursierte das Gerücht, die DSS werde Grünfläche opfern und zwischen all den Neubauten noch einen Mensabau quetschen. Davon kann indes keine Rede sein. Nur schwillt der ebene Rasen zu einer kleinen Hügellandschaft an. Knapp fünf Meter erhebt sie sich an ihrer höchsten Stelle: 162,57 Meter über Normalnull notierten die Architekten in ihre Bauunterlagen. Anfang Juli überraschte ein mehr als vier Meter hoher Modellbau die Flaneure auf dem Bildungscampus. Was soll das denn werden? Ein Probebau für die Bibliothek? Die Architekten versuchten, sich selbst und den Entscheidern der DSS ein Bild von den Mensahügeln zu verschaffen, genauer gesagt von dem Weg, der 5,5 Meter breit zwischen Küchentrakt und eigentlichem Mensagebäude liegt. Nach der allgemeinen Begehung steht fest, den ungewöhnlichen Bau zu wagen, berichtet DSS-Geschäftsführer Reinhold Geilsdörfer.

Gläserner Innenhof

Die Hügel haben eine freie geometrische Form. Ein wenig gleichen sie geöffneten Muscheln. An der offenen Seite strömt durch eine Glasfront Licht ins Gebäude. Die kleine Erhebung ist die Küche, die große die eigentliche Mensa. Ebenerdig betritt man ihr helles Foyer, im Untergeschoss breitet sich auf 700 Quadratmetern der Gastraum aus. Möglichst wenig Stützen sollen den freien Blick in den Raum stören. Ein „elyptischer Zylinder“, ebenfalls aus Glas, öffnet den Raum nach oben und lässt Tageslicht in die Mensa fluten. Der Zylinder selbst ist ein Innenhof, auf dem 44 Mensagäste im Sommer ein Plätzchen finden.

Das zweite Untergeschoss ist Lagerfläche. Die Zulieferung zur Küche erfolgt unterirdisch, von der Aula führt ein Tunnel zum Mensaküchenhügel. So können auch Veranstaltungen in der Aula kulinarisch bestens bedient werden.

Selbstverständlich werden keine Bäume auf den Hügeln gepflanzt. Sitzmöbel sind vorstellbar. Auf ihrer flachen, der Glasfront gegenüberliegenden Seite geht der Rasen stufenlos in den gepflasterten Bereich über.

Platz für Kreative?

Die Wagenhalle könnte ein Start-up-Center werden, hat Reinhold Geilsdörfer schon neue Vorschläge parat. Oder sie wird zu einem Lehrraum für die Technische Universität München umgebaut. Als Sporthalle eignet sie sich nicht, sie ist wieder zu klein. Geilsdörfer: „Da haben wir andere Ideen, aber noch keine Pläne.“

 

Text: Gertrud Schubert, Fotos: Mariao Berger