Promovieren an der HHN

Gut 60 Doktoranden arbeiten aktuell an der Hochschule Heilbronn an ihrer Promotion. Hier gibt es ein freiwilliges Doktorandenkolleg, was den Promotionsstudenten als Beratungsinstitution dient. In Workshops und Seminaren werden wichtige Schlüsselqualifikationen vermittelt, wie zum Beispiel das Halten von Vorträgen auf Konferenzen.

Finanziell werden Promotionen an der Hochschule Heilbronn durch mindestens eine halbe Assistentenstelle gefördert, zusätzlich können Promotionsstipendien bei verschiedenen Stiftungen beantragt werden.

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Carolin Schmidt, Promotion im Bereich Wirtschaftswissenschaften

Eine der gut 60 Doktoranden an der Hochschule Heilbronn ist Carolin Schmidt. Die Betriebswirtin untersucht seit 2013 in ihrer Dissertation, welchen Einfluss Immobilienvermögen auf volkswirtschaftliche und finanzwirtschaftliche Indikatoren haben.

Die 28-Jährige merkte schon zu Beginn ihres Masterstudiums an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, dass sie eine Leidenschaft für die Wirtschaftswissenschaften hegt. „Schon da wusste ich, dass ich nach meinem Studium promovieren wollte“, erinnert sie sich.

An der Uni Tübingen lernte sie ihren jetzigen Doktorvater Ted Azarmi, Professor der Fakultät für International Business an der HHN, während eines Seminares kennen. Azarmi ist zusätzlich zu seiner Professur in Heilbronn auch Lehrbeauftragte in Tübingen. Sie erzählte ihm von ihren Promotionsplänen nach der Masterarbeit. Wie es der Zufall will, wurde zur gleichen Zeit eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin an seiner Fakultät frei. So kam Schmidt nach Heilbronn.

„Die Zusammenarbeit zwischen mir und meinem Doktorvater klappt super“, sagt Schmidt zufrieden. „Sein Büro ist auch nur ein Stockwerk über Meinem“. Das sei jedoch eine Ausnahme, da in der Regel der Doktorvater an der Universität sitze. Die kurzen Wege in der Hochschule ermöglichen ihr wöchentliche Termine, auch mal spontan, um sich zu besprechen. „Mein Zweitbetreuer sitzt in Tübingen. Ihn treffe ich ein Mal pro Monat“, erzählt die Doktorandin.

Schmidt promoviert publikationsbasierend, was bedeutet, dass sie drei Fachartikel aus ihrer Doktorarbeit in Journals veröffentlicht. In der Regel müssen die Artikel nach der Einreichung mehrfach überarbeitet werden, bevor es zur Publikation kommt. „Ob die Artikel dann wirklich auch veröffentlicht werden oder nicht, kann ich nicht beeinflussen. Deshalb ist eine Veröffentlichungen auch nicht obligatorisch für die Promotion“, erklärt die Wissenschaftlerin. „Aber es packt mich der Ehrgeiz, es auch wirklich zu schaffen.“

 

Text: Sarah Arweiler


Matthias Albert, Promotion zum Thema Projektmanagement

Seit Januar 2014 ist Matthias Albert wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studiengang Produktions- und Prozessmanagement an der Hochschule Heilbronn. Hier arbeitet er an seiner Dissertation zum Thema Projektmanagement. „Noch vor drei Jahren hätte ich niemals gedacht, dass ich mal als Doktorand arbeiten würde“ erzählt der 30-Jährige nachdenklich. Denn um wieder an die Hochschule zu Forschung und Lehre zurück zu kehren, musste er eine interessante berufliche Station aufgeben.  

Von 2006 bis 2009 studierte der Mosbacher an der damaligen Berufsakademie Mosbach, der heutigen DHBW Mosbach, Handel mit der Vertiefung Warenwirtschaft und Logistik. Parallel arbeitete er bei seinem Partnerunternehmen Bechtle. Nach seinem Bachelorabschluss wechselte er an die Universität Bamberg, um seinen Master in Wirtschaftsinformatik zu machen. Danach zog es ihn nach Köln, wo er in einem Softwareunternehmen zunächst als Projektmanager und Berater, später als Teamleiter arbeitete. In dieser Zeit wuchs sein Interesse am Bereich Projektmanagement: „Ich wollte dieses Thema aus wissenschaftlicher Sicht betrachten“ erinnert er sich. Als er Ende 2013 auf die offene Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Promotionsperspektive an der HHN stieß, versuchte er sein Glück – mit Erfolg. Seit dem promoviert er an der Fakultät für technische Prozesse zum Thema „Ein Modell zur Bewertung des Projekterfolges“.  

Die Suche an den Universitäten nach einem Doktorvater, der Projektmanagement im Fokus hat, war für Albert und seinen Betreuer Professor Patrick Balve schwierig. Der Grund: mit diesem Thema beschäftigen sich nicht Viele. An der Universität Kassel wurden sie schließlich fündig. Mit Professor Konrad Spang, Leiter des Fachgebiets Projektmanagement, gewannen sie genau den richtigen Mann für Alberts Dissertation.  

Die Kommunikation mit Spang läuft in erster Linie über e-Mail und Telefon. Persönlich treffen sie sich zu den regelmäßig statt findenden Prozessmanagement-Kolloquien, an denen auch Albert schon über die Arbeit an seiner Dissertation sprach. „Aber den Hauptteil der Betreuung übernimmt Professor Balve “ erzählt der Doktorand. Er selbst betreut Bachelorthesen von Studierenden und unterstützt das Projektmanagement in der Lernfabrik der HHN. „Der Übergang zwischen der Projektbetreuung mit den Studierenden und meinem eigenen Promotionsthema ist fließend.“ schildert er seinen Arbeitsalltag „Ich verarbeite dazu Vieles in meiner Dissertation.“  

 

Text: Sarah Arweiler