Alumni berichten von ihrer Karriere

Vor einem Jahr hat er seinen Hut in die Luft geworfen – stolz, überglücklich, erleichtert auch. „Ein filmmäßiges Erlebnis“, versucht Jens Mosthaf (37) zu beschreiben, wie er seine Graduiertenfeier an der German Graduate School (GGS) empfunden hat.

Zehn Jahre gibt es die von der Dieter-Schwarz-Stiftung finanzierte private Hochschule schon. Wie stets an der GGS steht die Zukunft des Managements – diesmal in einer hochkarätig besetzten Talkrunde – im Mittelpunkt.

Fest etablierte Business-Schools kommen und gehen, und wohl nicht wenige gaben der mit Hilfe der Steinbeis-Stiftung seinerzeit gegründeten Heilbronn Business School (hbs) keine lange Lebensdauer. Zehn Jahre und 527 Absolventen später ist die Privathochschule fest etabliert. Sie firmiert unter dem Namen German Graduate School of Management and Law, 19 Professoren garantieren in sechs Studiengängen internationale Standards, das Weiterbildungsprogramm Executive Education für Fach- und Führungskräfte erfreut sich vor allem in der Region Heilbronn-Franken großer Nachfrage. An Wochenenden ist das GGS-Gebäude auf dem Heilbronner Bildungscampus belebt, denn sie assistiert berufsbegleitend beim Aufstieg auf der Karriereleiter.

Mit der Region verbunden

Zum Beispiel Jens Mosthaf aus Neckarsulm. „Ich komme von hier, bin hier zu Hause, fühle mich mit der Region verbunden“, begründet der IT-Architekt der Schwarz-Dienstleistung, warum ihn das Master-Studium der GGS fast zwingend angezogen hat. Nach dem Abitur an der Gustav-von-Schmoller-Schule Heilbronn und dem Studium der Wirtschaftsinformatik an der Dualen Hochschule in Mosbach suchte er, kaum war er als Trainee für Berner Künzelsau in ganz Deutschland unterwegs, eine neue Herausforderung.

Er wechselte als IT-Projektleiter zur Lidl-Stiftung und sah sich mit den Niederlassungen in Dänemark und Kroatien in internationale Zusammenhänge gestellt. Der MBA in General Management, ahnte Mosthaf, ist die Chance zur umfassenden Horizonterweiterung. Er hat nicht nur sein Englisch perfektioniert. Als Masterstudent lernte der Informatik-Spezialist die Sprache der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, strategisches Management, legte die Basis für eine Karriere im Führungsmanagement.

Auch wenn er mit dem Masterexamen in der Tasche sagt, „was Führung angeht, hat man nie ausgelernt“, fühlt er sich heute bei seinem beruflichen Handeln „auf Augenhöhe“. Und das eine oder andere Führungskräfteseminar im Executive-Education-Programm der GGS nimmt er gerne mit. Als Alumnus war er zehn Tage auf GGS-Exkursion in Brasilien und berichtet von „unbezahlbaren Eindrücken“, Einblicken in Leben, Strukturen, Arbeit in einer „total anderen Welt“.

Kein Zuckerschlecken

Damit das berufsbegleitende Studium nicht zu einem Abtauchen in eine Welt ohne Freizeit und Familie wird, heißt die GGS ihre Anfänger ausdrücklich mit Anhang zu einer Auftaktwoche willkommen. Alle sollen wissen, auf was sie sich einlassen: zwei bis drei Jahre zweimal im Monat von Freitag 15 Uhr bis Sonntagabend Studium in Heilbronn. Dazwischen Klausuren und Hausarbeiten, dazu kommen Kompaktphasen wie die Woche an der Kelly Business School, eine Erfahrung, die Jens Mosthaf keine Sekunde missen will.

Natürlich konnte er seinen Freunden nicht sagen, „wir sehen uns in drei Jahren wieder“, er war darauf angewiesen, dass seine Freundin sein Studium mitträgt. Geburtstagseinladungen ließ er sausen und rief nur kurz an. Unvergessen die Verwunderung, als Mosthaf bei einer Hochzeit schon vor Mitternacht aufbrach, weil er am Sonntag um 9 Uhr wieder studieren musste. Jens Mosthaf ist sich sicher: „Wenn man sich nicht gut organisieren kann, hier lernt man es auf jeden Fall.“

 

Text: Gertrud Schubert, Foto: Andreas Veigel, Heilbronner Stimme