Alumni berichten von ihrer Karriere

Er ist klug, neugierig und zielstrebig – mit dieser Mischung gelingt Großes. Artur Philipp, Wirtschaftsinformatik-Absolvent der Hochschule Heilbronn, hat für seine Bachelorarbeit den Deutschen Studienpreis der Gesellschaft für Projektmanagement gewonnen. Jetzt absolviert der 31-Jährige sein Masterstudium in Wirtschaftsinformatik an der HTW Berlin. Nebenher arbeitet er als Scrum-Master, eine Art Coach, für Softwareentwicklungsteams.

Philipp hat seine Profession von der Pike auf gelernt. Zuerst macht er eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, danach arbeitet er zwei Jahre als Softwareentwickler. Doch das kann nicht alles sein – ein Studium reizt ihn. Beim Hochschulranking des Zeitmagazins belegt die Hochschule Heilbronn (HHN) mit dem Studiengang Electronic Business eine gute Platzierung. Das entscheidende Argument für Philipp, sich 2012 für diesen Studiengang einzuschreiben. Später wird Electronic Business von der HHN in Wirtschaftsinformatik umbenannt.

Studieren – schön und gut, aber das allein reicht ihm nicht. Philipp ist neugierig, möchte wissen, wie anderswo gelehrt und gearbeitet wird. Während seines Studiums kommt er viel rum: Ein Praxissemester bei IBM, ein Auslandsjahr an der University of Economics in Krakau, ein Urlaubssemester bei einer Heilbronner Firma. Dabei stößt er immer auf eines: Scrum, ein Vorgehensmodell agiler Softwareentwicklung. Aber was ist agile Softwareentwicklung überhaupt? Philipp erklärt: „Projekte, die über mehrere Jahre angelegt sind, lassen sich nicht einfach abarbeiten. Durch die lange Zeitspanne entstehen Veränderungen. Das Ziel agiler Softwareentwicklung ist, früh und regelmäßig Teilprodukte zu liefern, um flexibel auf Veränderungen reagieren zu können.“

Hervorragende Leistung

In seiner Bachelorarbeit befasst er sich intensiv damit. Er untersucht, wie Agilität in Softwareentwicklungsteams gemessen, dargestellt und mit der Agilität anderer Teams verglichen werden kann. Unter der Betreuung von Professor Detlef Kreuz entwickelte er ein fünf-stufiges Reifegradmodell, welches eine methodenunabhängige Bewertung von Agilität rein auf Basis der angewandten Praktiken ermöglicht - ein Konzept, das auf andere Branchen und Fachgebiete übertragen werden kann. 

Seine Arbeit wird sehr gut, hervorragend sogar. Kreuz schlägt vor, Philipp solle sich für den Deutschen Studienpreis für Projektmanagement bewerben. Er tut es. Und tatsächlich: Philipp gewinnt. Neben einem Preisgeld von 1000 Euro winkt eine Einladung zum Internationalen Projektmanagement Forum in Nürnberg. „Die Veranstaltung war für mich fast noch wichtiger als das Preisgeld. Es gab so gute Vorträge. Mal neue Perspektiven zu hören ist erfrischend“, schwärmt Philipp.

In Berlin wagt er den Balaceakt zwischen Vollzeitstudium und der Arbeit als Scrum-Master. Ob ihm das gelingt? Ganz bestimmt.

 

 Text: Sarah Arweiler und Hochschule Heilbronn, Foto: GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V., Matthias Merz