Tipps für die Wohnungssuche

Zimmer gesucht! Für viele Studenten beginnt das Uni-Leben mit dem Auszug aus dem elterlichen Heim. Doch Deutschlands Innenstädte sind überfüllt, Wartelisten für Wohnheime lang. WG-Besichtigungen? Nur zusammen mit vielen anderen Bewerbern. Die Folge: Das stundenlange Klicken durch Inserate sorgt für einen unentspannten Start ins Studium. Wer allerdings ein paar Tipps berücksichtigt, hat gute Karten, die Mission Wohnungssuche zu meistern. Außerdem finden Sie hier eine Übersicht mit den wichtigsten Suchportalen für Wohnungen oder WG-Zimmern in der Region Heilbronn-Franken.

Nicht einfach wild drauflos

Wohnheim, WG, eigene Bleibe – was will ich eigentlich? Diese Frage sollte zunächst geklärt werden. Denn davon ist auch das weitere Vorgehen abhängig. Die Möglichkeiten sind vielfältig, Vor- und Nachteile haben alle. Deshalb sollte man sich vorab darüber im Klaren sein, was einem persönlich bei der Unterkunft wichtig ist.

 

Sich über die anstehenden Wohnkosten schlau machen

Wohnen wird leider immer teurer – auch in Heilbronn steigt der Mietspiegel kontinuierlich. „Daher sollten Studenten vorab ihre finanzielle Lage checken“, sagt Melinda Wilhelms vom Studentischen Servicebüro der Hochschule Heilbronn. „Wie viel Geld steht einem im Monat für die Unterkunft zur Verfügung? Kann man sich eine eigene Wohnung während des gesamten Studiums überhaupt leisten? Solche Fragen sollten vor der Wohnungssuche geklärt werden“, rät Wilhelms. Aktuell liegt der durchschnittliche Mietpreis bei 9,86 Euro pro Quadratmeter. Für eine 30 Quadratmeter große Wohnung zahlt man 12,51 Euro pro Quadratmeter. Monatlich wären für eine Einzimmerwohnung also gut 375 Euro fällig – Kosten, die das geringe Studenten-Budget sprengen, zumal die Nebenkosten hier noch nicht mit eingerechnet sind. Günstiger ist da schon ein WG-Zimmer, das kostet im Schnitt in Heilbronn 327 Euro warm. Noch günstiger wird das Leben in Wohnheimen: Mehr als 700 Zimmer und kleine Wohnungen gibt es für Studierende in Heilbronn. Bezogen werden können unter anderem das Wohnheim „RobertA“ sowie die beiden privat betriebenen Wohnheime „PaulA“ und „Jimi Living“. 318 Euro kosten 18 Quadratmeter im PaulA. Wer ein bisschen mehr Platz braucht, muss allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen: 35 Quadratmeter gibt es für 600 Euro. Dafür sind die Zimmer mit Schrank, Tisch und Bett voll möbliert, haben ein Duschbad und eine Küchenzeile mit zwei Herdplatten.

 

 

 Auf der Suche nach einem Zimmer oder einer Wohnung? Vielleicht klappt es hier:

Nach Wohnungen und WGs nicht nur im hippsten Viertel suchen

Ja, die Heilbronner Kernstadt ist schön, hier pulsiert das aufregende Stadtleben. Zudem ist die Hochschule gleich ums Eck. Kein Wunder also, dass „die City bei vielen Studenten beliebt ist“, weiß Melinda Wilhelms – doch die hat ihren Preis. 10,25 Euro kostet der Quadratmeter in der Kernstadt, noch teurer wird es in Neckargartach, wo pro Quadratmeter 12,49 Euro verlangt werden. Die Studienberaterin rät: „Die Außenbezirke und angrenzenden Städte wie Neckarsulm oder Lauffen sollten nicht verachtet werden, die Anbindungen in die Heilbronner Innenstadt sind sehr gut.“ Wer sein Portmonee schonen will, sollte lieber auf die Stadtteile Biberach (8,97 Euro pro Quadratmeter) und Horkheim (8,13 Euro pro Quadratmeter) setzen, denn hier wohnt es sich in der Käthchenstadt am günstigsten. Unser Tipp: Bei der Suche vorab bei der Stadtverwaltung den Mietspiegel für einzelne Stadtteile anschauen, um so günstigere Preise leichter zu erkennen.

 

So früh wie möglich mit der Wohnungssuche beginnen

Besonders im Herbst wird es für Studienanfänger eng, denn vier von fünf Studenten starten im Wintersemester. Online-Börsen und schwarze Bretter quellen dann über vor verzweifelten Aufrufen. „Deshalb also frühstmöglich mit der Wohnungssuche beginnen“, sagt Wilhems – auch, wenn noch gar kein Zulassungsbescheid vorliegt. Denn auch ohne können sich Studenten in fast allen privaten Wohnheimen auf die Wartelisten setzen lassen. Es gilt dann: Spätestens wenn die Zusage des Wohnheims kommt, muss man den Bescheid vorlegen, sonst verfällt der Anspruch auf das Zimmer. „Beim Studierendenwerk Heilbronn geht es nicht ganz so einfach“, erklärt die Studienberaterin. „Hier muss wenigstens die Immatrikulationsnummer als Nachweis vorliegen.“

 

 

Bei der Wohnungssuche alle Möglichkeiten ausnutzen

Sie ist beliebt wie keine andere: Die Internet-Plattform www.wg-gesucht.de. Doch auch wenn dort hunderte freie Zimmer im Monat inseriert werden – dreimal so viele E-Mail-Anfragen kommen zurück. Die Konkurrenz ist also groß. Daher lieber auf alternative Seiten wie wgfinden.de oder wg-cast.de suchen. Ganz altbacken gilt, nicht nur im Netz zu gucken: „In der lokalen Zeitung, der Heilbronner Stimme, Hohenloher Zeitung oder Kraichgau Stimme sowie in Anzeigenblättern der Stadt. Dort sind Immobilienteile oft wöchentlich beigelegt. Helfen können auch Studentenwerke. Auf ihren Seiten findet man private Anzeigen“, schlägt Melinda Wilhems vor. Auch schwarze Bretter an den Universitäten sind gute Anlaufstellen – aber nicht nur an der eigenen Fakultät, sondern auch in anderen Unigebäuden schauen. Noch mehr steigert man seine Chancen auf eine Wohnung durch eigene Inserate und Zettel mit Schnipseln zum Abreißen.

 

Bei der Wohnungsbesichtigung gut vorbereitet sein

Eine Kopie des Personalausweises und eine Schufa-Auskunft parat zu haben, schadet beim Besichtigungstermin nie. Das zeigt dem Vermieter Zuverlässigkeit. Viele Studenten verfügen noch nicht über ein geregeltes Einkommen, daher wird häufig auch eine Bürgschaft der Eltern sowie ein Nachweis über deren Einkommen verlangt. Auch wenn es vielleicht spießig ist: Es kann sich auszahlen, die Wohnung gemeinsam mit den Eltern zu besichtigen, da sie auf den Vermieter finanzielle Sicherheit ausstrahlen.

 

Den Mietvertrag beachten

Sofern es mit der Wohnung klappt, bloß nicht gleich den Mietvertrag unterschreiben, sondern erst einmal in Ruhe durchlesen. Nebenkosten könnten zum Beispiel nur pauschal angegeben sein. Hinzukommen eventuelle Klauseln über Eigenbeteiligungen an Reparaturen oder Mieterhöhungen. Für WGs gilt: Alle Studenten sollten gleichberechtigt als Hauptmieter im Vertrag auftauchen, denn nur so werden alle Rechte und Pflichten auch geteilt. Schließlich will nicht nur einer für die pünktliche Mietzahlung und alle Schäden, die Mitbewohner so anrichten können, verantwortlich sein. Da wäre Stress vorprogrammiert.

 

Eine private Haftpflichtversicherung abschließen

Es kann einen teuer zu stehen kommen, wenn die Waschmaschine ausläuft und das Wasser beim Nachbarn aus der Decke tropft. Deshalb sollte man immer eine private Haftpflicht abschießen.

 

Text: Samantha Walter, Foto: Contrastwerkstatt/Fotolia