Parkour - Die Liebe zur Bewegung

25. Januar 2017 – In den letzten Jahren hört man es immer öfter: Parkour. In Heilbronn ist die neue Trendsportart angekommen. Seit Anfang 2016 gibt es beim Hochschulsport der Hochschule Heilbronn einen Parkour-Kurs. Die Nachfrage ist groß – Trainer Marco Weimar führt eine Warteliste.

Was ist Parkour?

In Innenstädten werden Hindernisse, die einem im Weg stehen, durch Kombination verschiedener Bewegungen so effizient wie möglich überwunden. Beim Parkour wird alles gefordert und trainiert: Ausdauer, Strategie, Koordination, Kraft und Balance. Für Marco geht es noch um mehr: „Die Liebe zur Bewegung steht im Vordergrund. Außerdem soll man seinen Körper kennenzulernen“, erklärt er. „Keine Rivalitäten oder das Gewinnen wollen sind wichtig, sondern das Miteinander der Traceure.“ (von franz.: le traceur „der, der eine Linie zieht“). Die Erfolge anderer werden als Inspiration genutzt, um die eigene Leistung zu verbessern. Respekt und Weltoffenheit spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Weltweit ist die Community stark miteinander verdrahtet – andere Traceure werden jederzeit in der eigenen Stadt willkommen geheißen.

Let´s start

Wie bei jeder Sportart ist das richtige Warmmachen wichtig. Zu Trainingsbeginn geht Marco mit seiner Gruppe in den Innenhof des Theodor-Heuss-Gymnasiums drei Runden joggen und sprinten.

Zurück in der Halle hat der Trainer einen Hindernisparkour aufgebaut – aus allen Barren, Kisten, Turngeräten und Matten, die er in der Halle findet. Die Teilnehmer teilen sich in zwei Gruppen auf, dann geht es zum Spiel: Acht Kegel müssen durch den Parkour ins Ziel gebracht werden. Das gegnerische Team versucht die Läufer von der Mitte aus mit einem Ball abzuwerfen. Wird man getroffen, bedeutet das zehn Liegestütze pro Kegel. Tritt man über eine Matte oder kann man ein Hindernis nicht richtig überwinden, ist die Strafe noch bitterer: Alle gewonnenen Kegel kommen zurück an den Start, wieder Liegestütze, und es wird von vorne begonnen. Also muss eine gemeinsame Strategie her, um möglichst erfolgreich durch den Parkour zu kommen.

Nach dem Spiel trainieren die Sportler verschiedene Basics. Dieses Mal an der Reihe: Die Kippe. Hier wird der richtige Aufschwung am Reck trainiert. Erfahrenere Traceure stehen den Anfängern mit wertvollen Tipps zur Seite.

„In den Wintermonaten ist die Halle nur ein Mittel zum Zweck“, sagt Marco. „Sobald das Wetter besser ist finden die Trainings im Freien statt.“ Das ist die Idee von Parkour: Das Umfeld der Stadt kennenlernen,  Herausforderungen suchen und Hindernisse überwinden. Es geht nicht um „höher, besser, weiter“, sondern darum, sich regelmäßig im Freien zu bewegen. Unter Erasmusstudierenden ist Parkour beliebt: Im letzten Sommersemester waren die Hälfte der zwölf Teilnehmer aus acht unterschiedlichen Nationalitäten.

 

 

Text: Katharina Bormann, Video und Foto: Katharina Bormann, privat, Archiv Heilbronner Stimme

Neugierig geworden?

Wer Parkour ausprobieren möchte, soll es einfach versuchen und die Sportart kennenlernen. Die Trainingszeiten sind immer dienstags von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Der Verein „Kultur der Bewegung“ bietet ab Februar drei bis vier mal wöchentlich Kurse an.