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Worauf Unternehmensgründer achten

8. Dezember 2017 – Wie aktiv die Gründerszene einer Region ist, sagt viel über die Innovationskraft eines Wirtschaftsstandortes aus, sagt Frederik Metzger. Er arbeitet als Start-up-Coach an der German Graduate School of Management and Law (GGS) in Heilbronn und weiß, wie die Chancen für Start-ups in der Region Heilbronn-Franken sind. Welche Tipps sollten beherzigen, welche Fehler vermeiden?

Wie sind die Chancen für Start-ups, in der Region Heilbronn-Franken erfolgreich zu sein?

Frederik Metzger: Für die Größe der Region ist die Gründerszene sehr aktiv. Es gibt auffallend viele Business Angels, also Investoren, die in Neugründungen investieren oder das Mentoring für Neugründer übernehmen. Die Infrastruktur für Gründer ist gut: Es gibt feste Anlaufstellen, die einen bei der Existenzgründung beraten. Bei regelmäßigen Start-up-Veranstaltungen und Treffen werden Gründungsideen besprochen. Das alles birgt viel Potenzial für neue Unternehmen. Der Wirtschaftsstandort profitiert davon durch Investitionen in Zukunftsfelder, zum Beispiel im Software- und Technologiebereich. Etablierte Unternehmen tun sich meist schwerer, Veränderungen zu integrieren als ein junges Unternehmen, das erst gestartet ist.

Wo liegen Gefahren für Neugründer?

Frederik Metzger: Viele Neugründer, speziell diejenigen, die von Universitäten und Hochschulen kommen, verlieren sich häufig in ihren Konzepten. Sie verpassen dadurch die Gelegenheit, zu handeln. Oft wissen sie nicht so recht, an welcher Stelle sie anfangen sollen. Ein Konzept in der Hand zu haben, ist wichtig. Doch es muss auch umgesetzt werden. Manche Gründer stecken auch zu tief in ihrem Geschäftsmodell, ihnen fehlt der Blick von außen.

Welche Tipps sollten Gründer beherzigen?

Frederik Metzger: Es ist immer hilfreich, einen Coach zu haben. Er begleitet einen von der Gründung bis in die ersten Phasen des Unternehmens. Er spiegelt die eigenen Ideen, macht einen Realitätscheck – dafür fehlt den Gründern selbst die Distanz. Er hilft bei der Frage: „Was muss ich mindestens haben, um zu starten?“ Oft ist es nicht viel. Was einem immer klar sein muss: Der Unternehmenserfolg verläuft nicht linear. Man sollte für die Tiefen und die Höhen gewappnet sein. Wenn die Geschäfte gut laufen, neigt man dazu, sich zurückzulehnen. In dieser Phase muss man sich auch aktiv für neue Kunden engagieren und netzwerken. Jede Erfolgskurve geht auch irgendwann wieder runter.

Zur Person

Dr. Frederik Metzger ist an der GGS Programm-Manager Entrepreneurship und Coach für Gründer. Er berät in den Bereichen Wissens- und Technologietransfer. Metzger hat als Existenzgründer selbst viele Erfahrungen gesammelt: 2001 gründete er ein Unternehmen für Website-Design. Außerdem war er mehrfach freiberuflich tätig. Zusammen mit Netzwerkpartnern organisiert er Start-up-Veranstaltungen in der Region.

Text: Sarah Arweiler, Foto: German Graduate School of Management and Law