Studentinnen mit brillanter Geschäftsidee | hochschulenhoch3

Studentinnen mit brillanter Geschäftsidee

21. Juli 2017 – Jeder kennt die verzwickte Situation: Man ist am Badesee oder im Urlaub am Strand und möchte baden gehen. Was tun mit Smartphone, Geldbeutel und Schlüssel? Vier Heilbronner Studentinnen haben für dieses Problem die Lösung – zumindest als Idee: das Security Case, eine Badetasche mit Alarmfunktion. Damit gewannen sie beim Elevator Pitch BW in Heilbronn den zweiten Platz.

Milica Ilic, Anna-Maria Seidewitz, Viktoria Sushko und Khatia Giorgobiani studieren International Business (IB) an der Hochschule Heilbronn. Im Kurs Business Case Studies sollen sie ein innovatives Produkt entwickeln und dazu einen Business Plan erstellen. Die vier Studentinnen überlegen. Welches soll ihr Produkt sein? „Wir reisen viel und gerne. Und plötzlich war die Idee für das Security Case da. Wir waren alle sofort begeistert“, erzählt Viktoria.

Keine Chance für Langfinger

Das Securtity Case aus einer Kunststofftasche, einem Armband und einem Chip. Mit dem Chip verschließt man die Tasche, dann befestigt man ihn am Armband – jetzt ist die Alarmanlage aktiviert. Bei Bewegung der Tasche vibrieren Chip und Tasche. Zusätzlich ertönt an der Tasche ein lautes Alarmsignal und sie leuchtet auf. Khatia: „Jeder in der Umgebung bekommt das mit.“ Die Verbindung zwischen Chip und Tasche soll bis zu einer Entfernung von 150 bis 200 Meter halten. Dank der eingebauten Solarzelle an der Rückseite ist die Stromversorgung gesichert. Sollte der Diebstahl dennoch gelingen, lässt sich die Tasche per GPS finden. Das Security Case soll 200 Euro kosten.

Beste Marktchancen

IB-Professorin Bettina Merlin ist begeistert: „Ich finde die Geschäftsidee des Teams klasse. Ich bin mir sicher, dass das Produkt am Markt Erfolg haben würde“, sagt sie. „Ich sehe einen großen potenziellen Kundenkreis und noch Erweiterungsmöglichkeiten.“ Zusätzlich zum Verkauf im Einzelhandel könnten auch Strandhotels die Tasche an ihre Gäste vermieten.

Bettina Merlin schlägt vor, mit dieser Idee am Elevator Pitch in der IHK Heilbronn teilzunehmen. Zunächst müssen sie eine ausführliche Produktbeschreibung machen. Je mehr sich die Studentinnen mit ihrer Strandtasche beschäftigen, desto mehr Ideen kommen dazu. Diese Veränderungen wirken sich auf alle Bereiche des Businessplans aus – er muss häufig neu geschrieben werden.

Für den Elevator Pitch sind sie gut vorbereitet: Sie haben drei Minuten, um ihre Geschäftsidee zu präsentieren. Es folgt eine dreiminütige Fragerunde durch die Jury. Was könnten sie wissen wollen? Wann sei der Break-Even-Point erreicht? Wie hoch wäre der Gewinn pro Tasche? Welche Vertriebskanäle gäbe es? Dafür sind sie gewappnet. Auf der Veranstaltung überzeugen die vier Frauen, sie belegen mit dem Security Case den zweiten Platz.

Zukunftspläne

Wird es die alarmgesicherte Strandtasche in den nächsten Jahren in den Geschäften geben? Professoren, Anwälte und Investoren – die Studentinnen haben viele Beratungsgespräche geführt. Von allen Seiten hören sie: „Die Idee ist zu gut, um sie jetzt in der Schublade zu lassen. Sie wissen: Eine Kunststofffirma in Heilbronn-Biberach könnte die Tasche produzieren. Dafür müsse aber erst eine spezielle Stanzmaschine angeschafft werden. Ein hiesiges Ingenieurbüro könnte alles Technische umsetzten. Ein Robotik-Student von der Hochschule hat bereits einen Prototyp des Bewegungschips entwickelt. Beste Aussichten für einen zügigen Produktionsstart.

Die Studentinnen zögern. Anna-Maria: „Für uns ist der Zeitpunkt ungünstig. Das Studium steht an erster Stelle, wir haben jetzt gerade die Hälfte geschafft. Außerdem müssen wir noch ein Auslandssemester absolvieren.“ Die Geschäftsidee einfach wegschieben – das gelingt auch nicht. „Vielleicht in vier oder fünf Jahren“, überlegt Melica. „Wir haben so viel Herzblut da reingesteckt, dass ich es schon gerne machen möchte“, sagt sie. „Ich wollte  später eigentlich in einem großen Unternehmen arbeiten. Aber selbst eine Idee zu kreieren und diese weiter zu entwickeln hat so Spaß gemacht. Jetzt will ich nach dem Studium auf jeden Fall in einem Startup arbeiten.“

 

Text: Sarah Arweiler, Fotos: privat