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Die Gründer von morgen

8. Mai 2017 – Die Zeit läuft. Jeder Teilnehmer hat genau 60 Sekunden Zeit, um die anderen von seiner Geschäftsidee zu überzeugen. Beim Startup-Workshop auf dem Bildungscampus sollen Studenten aus verschiedenen Fachrichtungen Teams bilden und aus den besten Ideen Geschäftsmodelle entwickeln. 70 Studierende haben sich angemeldet. Angst vor dem Scheitern? Gibt es nicht.

Studium ist beste Zeit für Gründung

Herzklopfen vor dem Pitch, der Präsentation, dagegen schon. Anerkennung aber auch: „Der ist im Vergleich zu letzter Woche schon viel besser geworden“, staunt Benyamin Demircidir über die erste Präsentation. Er studiert Verkehrswirtschaft und ist fest entschlossen, das nächste Mal selbst eine Idee vorzustellen. „Hier geht es nicht darum, die beste Idee zu haben, sondern darum, etwas zu lernen“, sagt Organisator Waldemar Koch. Als Gründer aus dem IT-Bereich möchte er seine Erfahrung weitergeben und Studenten mit Unternehmergeist ermutigen, sich auszuprobieren. Das Studium sei die passende Zeit, um zu gründen. Während des Studiums treffe man auf verschiedene Fachrichtungen und mögliche Partner, man könne bis zu sechsstellige Stipendien bekommen und seine Geschäftsidee mit der Abschlussarbeit verbinden.

Die Studenten sind kreativ. Marco Stirmlinger und Chris König wollen Abhilfe für ein typisch studentisches Problem schaffen: Mit der App „deep-inside“ soll man auf den ersten Blick erfahren, wo das Bier in Heilbronn am günstigsten ist. Paul Würtemberger stellt die „ganzheitliche Hosentasche“ vor. Damit soll man das Smartphone auch im Sitzen leicht aus der Hosentasche nehmen können. Als sechste Teilnehmerin tritt Elena Busarac vor und präsentiert das Produkt „Femigum“. Mit Gummibärchen, die einen bestimmten Zucker enthalten, will die Studentin Frauen vor Blasenentzündungen bewahren. Lachen unter den Männern. Elena sagt: „Die Frauen hier werden es bestätigen: Dafür gibt es einen riesigen Markt.“

Kreativ

Michael Stoffl will das Monatsende für Studenten „ganz einfach“ lebenswerter machen: Studenten hätten am Ende des Monats nie Geld, nicht einmal fürs Essen. Gisela, die zwei Häuser weiter wohne und statt für vier immer für sechs Leute koche, werfe regelmäßig zwei Portionen Spaghetti weg. Über die App „share your meal“ könnte jeder wissen, dass Gisela gerade wieder Spaghetti übrig hat, die sich für 1,20 Euro sogar Studenten leisten könnten. So schafft man eine Win-Win-Situation. „Wir haben aber gar nichts vorbereitet“, sagen Anja Becker und Kristina Cesnokov, als sie zum Pitch aufgefordert werden. Spontan formulieren die beiden ihre Idee: Eine russische Fastfoodkette. Statt Burger und Pommes könnte man dann Fleisch oder Gemüse im Teigmantel essen.

Birgit Gürdisch denkt an Kinder. Sie sollen nicht nur mit den Smartphones spielen, sondern an öffentlichen Plätzen Springseile oder Frisbees kostenlos ausleihen können. Die Idee ist erst einen Tag alt. In der Gruppe überlegen die Studenten weiter. Mentoren, die selbst jung gegründet haben, helfen mit, damit die Geschäftsideen nächsten Mittwoch ab 17 Uhr in der Innovationsfabrik Heilbronn vor Investoren präsentiert werden können.

Hier gibt es weitere Bilder vom Workshop.

 

Text und Foto: Lisa Reiff

Unternehmergeist

In drei Workshops zum Geschäftsmodell: Studenten lernen, ihre Idee in 60 Sekunden auf den Punkt zu bringen und andere davon zu überzeugen. Anmelden können sich Erstsemester genauso wie Studierende, die kurz vor dem Abschluss stehen.

Vor zwei Jahren hat Jungunternehmer Waldemar Koch begonnen, die Startup-Szene in Heilbronn zu beleben: Er will junge Menschen miteinander vernetzen, die mit neuen Geschäftsideen Innovationen in der Region fördern. Beim nächsten Workshop am Mittwoch, 10. Mai, ab 17 Uhr werben die Teams in der Innovationsfabrik vor potenziellen Investoren für ihre Ideen.