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Neckarmeile im Aufwind

20. Januar 2017 – Für Oberbürgermeister Harry Mergel ist die Neckarmeile einer von fünf Meilensteinen, die die Zukunft von Heilbronn markieren – neben Buga, Zukunftspark, Bildungscampus und neuer Experimenta. Seit Juli vergangenen Jahres hat die zuvor als Gastromeile bezeichnete Strecke zwischen Bollwerks- und Götzenturm ihren neuen Namen. Hinter der Vermarktung steht die Neckarmeile Unternehmensgesellschaft, der unter anderem Gastronomen, Hoteliers und Händler angehören. Einiges wurde bereits auf den Weg gebracht: eine Homepage auf Deutsch, Schwäbisch und Englisch und erstmal eine gemeinsame Weihnachtsbeleuchtung.

Studierende starten Umfrage

Besucherwünsche sind für Neckarmeile-Geschäftsführer Thomas Aurich wesentlich: „Unsere Gäste entscheiden, was wir treiben.“ Dank guter Vernetzung mit der Hochschule Heilbronn – die Professoren Christian Buer und Markus Zeller gehören zu den Neckarmeile-Gesellschaftern – haben Studierende von Professor Uwe Burg am Campus Künzelsau ermittelt, wie die Neckarmeile bei Besuchern und Gästen wahrgenommen wird.

Vor Weihnachten waren Studenten durch die Lokale gezogen und hatten 540 Menschen befragt. Jetzt wurden die Ergebnisse vorgestellt. Der Begriff ist demnach bereits angekommen: 70 Prozent können mit Neckarmeile etwas anfangen. Für das Angebot an Lokalen, Sitzgelegenheiten und für Fahrradabstellplätze gibt es überwiegend gute Noten. Schlecht bewertet wird dagegen die Parkplatzsituation. Mehr als die Hälfte vergeben Noten zwischen ausreichend und ungenügend – trotz der Parkhäuser bei der Experimenta und am Bollwerksturm.

Guter Service und Kulturveranstaltungen

Die Abfrage nach Sportangeboten auf dem Neckar ergibt ein verhaltenes Interesse. Tretbootfahren schneidet noch am besten ab. Für Kanufahren können sich knapp 30 Prozent begeistern, 70 Prozent haben dagegen wenig oder überhaupt kein Interesse. Trendsportarten wie Stand Up Paddling oder Wake-Boarding fallen durch.

Eindeutiger ist das Bild bei Serviceangeboten: Fast Dreiviertel der Befragten wünscht sich einen Geldautomaten sowie freies WLAN an der Neckarmeile. Bei den Kulturangeboten stehen Musikevents, Lichterfest und Neckarfest ganz oben auf der Wunschliste. Auch für ein Streetartfestival, spezielle Märkte und Public Viewing bei Fußballmeisterschaften kann sich ein Teil der Interviewten erwärmen.

Gespannt ist man bei den Neckarmeile-Anrainern, wie sich 2017 das Thema Radverkehr entwickelt. Zu den bei der Befragung geäußerten Vorschläge zählen ein Fahrverbot für Radler und die Verlegung des Radwegs.

Von erfrolgreichen Konzepten abgucken

Markus Zeller, Systemgastronomie-Professor und Bremen-Kenner, präsentierte Parallelen zwischen der Neckarmeile und der Weserpromenade „Schlachte“, die längst ein Magnet für Einheimische und Touristen ist. Die Bremer Gastromeile auf zwei Kilometern Länge wurde vor rund 20 Jahren im Rahmen des Expo-Projekts Stadt am Fluss umgestaltet und hat heute 2000 Biergartenplätze – in Selbstbedienung mit Außentheken. Ein Unterschied zu Heilbronn: Bremen bietet ganzjährige Events. Was Zeller und Aurich sich abgucken wollen ist der „Schlachte-Zauber“ genannte extra Weihnachtsmarkt am Wasser.

„Es lohnt sich, in Heilbronn darüber nachzudenken“, meint auch Steffen Schoch, Chef der Heilbronn Marketing GmbH. Er sieht die Neckarmeile 2017 auf einem guten Weg. Der Verkehrsverein feiert im Juli dort 125-jähriges Bestehen, das Drachenbootrennen rückt in die Innenstadt, Rikschatouren sind geplant. Ein Projekt, das Schoch gerne bis zur Buga hinbekommen möchte, ist ein Weinpavillon an der Neckarbühne. Für OB Mergel ist im April auch ein wichtiges Neckarmeilen-Ereignis: Die multimediale Ausstellung zur Stadtentwicklung wird auf der Inselspitze eröffnet.

 

Text: Bärbel Kistner, Foto: Heilbronner Stimme