Handgemachte Schätze auf Burg Stettenfels | hochschulenhoch3

Handgemachte Schätze auf Burg Stettenfels

29. Januar 2018 – Schöne-Sachen-Laden: So hätte jeder der 92 Stände heißen können am vergangenen Wochenende auf der Burg Stettenfels in Untergruppenbach. Unter einem großen Schild „Schöne-Sachen-Laden“ bietet Lisa Nollenberger aus Walheim ihre witzige Monster-Illustrationen auf Postenkarten oder handbemalten Emaille-Tassen, ihre Bilder, bevorzugt mit Walmotiven, an. Bei der zweiten Auflage der Kreativmesse „Handmade Love“ gibt es so viele schöne kleine Dinge, die man eigentlich gar nicht benötigt, sie aber haben möchte. Weil sie Freude bereiten und das Leben ein bisschen bunter machen. Und wie gefragt Selbstproduziertes und Handgemachtes ist, das zeigt der Riesenandrang zum Auftakt.

Handgemachtes liegt auch der Organisatorin der zweitägigen Messe, Kathrin Hagen, im Blut. In der Familie werde gebacken, gestrickt, gehäkelt – mit Herzblut und Liebe zum Produkt. Das täten die meisten Aussteller auch, deshalb der Name „Handmade Love“. „Handgemachtes schätzt man mehr“, ist die 35-jährige Heilbronnerin überzeugt.

Das kann Besucherin Silke Stafiej nur bestätigen. Deshalb gibt sie dafür gerne Geld aus. Sie hat Stempel erstanden, „mit Liebe designt. So was kriegt man als Industrieware nicht. Das sind halt die Feinheiten“, sagt sie. „Ich finde Selbstgemachtes generell toll. Das bekommt man nicht überall“, meint Marina Lustig aus Bad Wimpfen, die mit Sarah Traub – ebenfalls mit Baby in der Bauchtrage – nach Kinder- und Dekoartikeln Ausschau hält. Die Auswahl in der Burg ist riesig. „Die ganzen Stände sind so exklusiv“, schwärmt Sarah Traub.

Faule Abende auf dem Sofa? Die gibt es bei Robin Luithle und seiner Freundin Lena-Marie Krauss nicht. Stattdessen nähen die beiden viel Buntes aus Leder – Schmuck, Schlüsselmäppchen oder Lauflernschuhe für ihre Marke „Schuhbidu“. „Wir haben überlegt, was wir neben dem Studium machen können“, erzählt Luithle, der in Ilsfeld aufgewachsen ist und inzwischen in Stuttgart lebt. Wenn man etwas, das man mit eigenen Händen gefertigt habe, verkaufe, sei das ein tolles Gefühl.

Ja, es bleibe etwas hängen, gibt Catherine Gschwind zur Auskunft, obwohl das Handwerkliche nicht der Haupterwerb der Esslingerin ist. Aus Fichte und Kiefernholz sägen sie und Claudia Philipp Tiere aus, bemalen und umfilzen sie mit Merino- oder Islandwolle, um Spielsachen für Kinder und Dekoratives für Erwachsene für den Eigenbedarf oder als Geschenk zu fertigen. Seit zwölf Jahren gibt es die Zwei-Frauen-Werkstatt „Holz + Wolle“. Wie bei vielen der Aussteller aus ganz Deutschland wird das Handgemachte auch online angeboten.

 

Text: Sabine Friedrich, Fotos: Andreas Veigel