Heilbronn möchte smarte City werden | hochschulenhoch3

Heilbronn: Auf dem Weg zur smarten City

6. Juli 2017 – Die Lebensqualität der Bürger durch Digitalisierung steigern – das ist ein wichtiges Ziel auf dem Weg in die Zukunft von Heilbronn. Dahinter steht weit mehr als freies WLAN für alle im städtischen Raum. Digitalisierung soll zudem auch Unternehmen wettbewerbsfähiger machen und dazu beitragen, Ressourcen und Energie effizienter zu nutzen.

Die digitale Stadt Heilbronn ist in der neuen Stadtkonzeption 2030 als erstes von insgesamt vier Strategiefeldern aufgelistet – auch, um die Bedeutung für alle Lebensbereiche zu unterstreichen. Die drei anderen, themenübergreifenden Bereiche sind Teilhabe an der Stadtgesellschaft, Bildungs- und Wissensstadt und zukunftsfähige Mobilität. Auch diese Strategiefelder sollen für die Stadtentwicklung künftig von besonderer Bedeutung sein.

Baustelle digitale Infrastruktur

Grundvoraussetzung für die smarte City ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur in der Stadt – der Nachholbedarf ist wie überall groß. Eine flächendeckende Verfügbarkeit von leistungsfähigen Breitbandnetzen in Heilbronn ist der Wunsch, vor allem aus der Wirtschaft. Immerhin soll ab kommenden August in ganz Heilbronn die 50 Mbit/s-Technologie nutzbar sein. Der Marktplatz und der Platz am Bollwerksturm sind demnächst mit einem frei verfügbares WLAN-Netz ausgestattet.

Ein weiterer Punkt auf dem Weg in die smarte Zukunft soll die stärkere Vernetzung bisher getrennter Bereiche der städtischen Infrastruktur sein. Durch intelligente Strom-, Gas- oder Wassernetze können in Zukunft Verbrauch und Angebot besser aufeinander abgestimmt werden. Auch die Nutzung von Bus und Bahn, eigenem Fahrzeug oder Carsharing-Angeboten sollen sich so künftig verflechten lassen.

Digitalisierung in der Verwaltung

Der öffentlichen Verwaltung stehen ebenso erhebliche Veränderungen ins Haus. Für den Bürger soll die Digitalisierung mehr Service und kürzere Reaktionszeiten bringen. Die Stadt will ihr Internet-Angebot weiter ausbauen und Verfahren anpassen, etwa Online-Bezahlmöglichkeiten und Fern-Authentifizierung für den Verzicht persönlichen Erscheinens.

Die digitale Zukunft schafft zudem neue Möglichkeiten der Datennutzung: Ziel ist die Bereitstellung kommunaler Daten zur freien Nutzung, zur Verbreitung und Verwendung – das ist eine komplette Umkehr der bisherigen Logik, nach der Informationen eher zurückgehalten wurden. Nicht nur Bürger, sondern auch Unternehmen sollen vom freien Zugang und der Datentransparenz profitieren – im Sinne einer aktiven Wirtschaftsförderung. „Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts“, betonte Bürgermeister Diepgen.


Text: Bärbel Kistner, Foto: Ralf Seidel, fotolia