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Lacrosse

26. April 2017 – Spätestens seit den American Pie Filmen dürfte die Sportart „Lacrosse“ den meisten ein Begriff sein. Was genau hat es mit dieser Ballsportart auf sich? Dieser Frage sind wir nachgegangen und haben an einem Training teilgenommen.

Hintergrund

Ursprünglich kommt der Sport aus Nordostamerika und wurde von den Ureinwohnern unter dem Namen "Tewaraathon" (kleiner Bruder des Krieges) gespielt. Hier diente es als eine Art Kriegsvorbereitung, oft spielte man mit mehreren 100 Teilnehmern. In Büchern wurde das Spiel erstmals vor über 400 Jahren erwähnt. Wegen der Schläger, die an einen Bischofstab erinnern, nannte ein kanadischer Mönch den Sport „La Crosier“(franz. Für Bischofstab). Davon leitete sich erst „la crosse“ und letztlich das heutige „Lacrosse“ ab. Nachdem das Spiel lange in Vergessenheit geraten war, erlebt es in den 80er Jahren mit neuen Regeln ein Revival. Heutzutage gilt es in Kanada, neben Eishockey, als Nationalsportart.

Inzwischen hat Lacrosse auch den Sprung über den Ozean geschafft. Anfang der 1990er Jahre bringen Austauschstudenten den Sport aus den USA und Kanada mit nach Deutschland und gründen erste Mannschaften. „Mittlerweile gibt es hier über 52 Vereine, die in verschiedenen Ligen gegeneinander antreten“, sagt Nele Altmeppen, Trainerin der Damenmannschaft. Und die Liste wächst. Seit knapp einem Jahr gibt es auch eine Mannschaft in Heilbronn.

Nele erklärt: „Initiiert wurde das Ganze von Alberto Hoffmann, der 2013 nach seinem Studium zum Arbeiten nach Heilbronn kam. Er bot als Erster Lacrosse über den Hochschulsport der Hochschule Heilbronn an.“ Mittlerweile gibt es eine Damen- und eine Herrenmannschaft. Seit 2016 gehören sie zur TSG und treten in Wettkämpfen gegeneinander an.

Wie funktioniert Lacrosse?

Gespielt wird immer auf einem 45 x 102m großen Rasenplatz mit zwei Toren. Wechsel können im laufenden Spiel ständig und in unbegrenzter Zahl vorgenommen werden. So viel zu den Gemeinsamkeiten von Damen- und Herren-Lacrosse, denn grundsätzlich weichen die beiden Spielweisen stark voneinander ab. Bei den Frauen beträgt die Spielzeit 2x 30 Minuten, bei den Männern hingegen 4x 20 Minuten. Die Damenteams bestehen aus zwölf Personen, bei den Herren sind es zehn. Männer spielen viel körperbetonter, eine Schutzausrüstung mit Helm, Handschuhen und Rippenschutz sind erforderlich. Frauen tragen Mundschutz, sogenannte „Goggles“ (Gitterbrillen) und enganliegende Handschuhe.

Ziel des Spiels: mit den Schlägern den Ball in das Tor des gegnerischen Teams befördern. Direkter Körperkontakt mit dem Ball ist verboten. Fällt er auf den Boden (sog. Groundball), darf dieser nur mit dem Schläger in einer Art Schaufelbewegung aufgehoben und wieder ins Spiel gebracht werden.

Wichtig für das Zupassen und Stabilisieren des Balles in den kleinen Netzen des Schlägers ist das sogenannte Cradeln. Dabei hält man den Schläger in einer ständigen Drehbewegung, damit der Ball nicht herausfällt.

Bei Fouls gibt es gelbe und rote Karten. So zählen Blockieren, Anstürmen, Gefährlicher Schuss, Fehlverhalten und unkontrolliertes Schlagen als major foul, minor fouls sind zum Beispiel Ball am Körper oder Torkreis-Regelverstöße. Der Kopfbereich der Gegenspieler ist tabu. Bekommt ein Spieler eine gelbe Karte, muss er für zwei Minuten vom Platz, bei Rot gibt es eine Sperre für das laufende Spiel und mindestens noch ein weiteres.

Was wird im Training gemacht?

Das Training der Damen beginnt mit Zupassübungen des Balls. „Gerade für Anfänger ist das  gut, um ein Gefühl für den Schläger zu bekommen“, erklärt Trainerin Nele Altmeppen. Anschließend werden Zweikämpfe simuliert und versucht, den Ball in das Tor zu bugsieren. Anschließend spielen zwei Teams zu je drei Personen in kurzen Runden gegeneinander.

„Am Ende jedes Trainings spielen wir noch eine gemischte Runde zusammen mit den Männern – allerdings nach den etwas weniger körperbetonten Regeln der Damen“, erklärt Nele. Der Zweikampf der beiden Teams ist hart. Nichts wird verschenkt. Das Zusammenspiel läuft gut, auch die Anfänger werden im Laufe des Spiels besser.

Eine Zusammenfassung (zur Verfügung gestellt von der TSG) mit den wichtigsten Begriffe im Damenlacrosse gibt es hier.

 

 

Text und Video: Katharina Bormann

Interesse geweckt?

Die Trainings sind immer donnerstags von 20 bis 22 Uhr auf den Rasenplätzen des TSG im Wertwiesenpark. Wer auch gerne an den Wettkämpfen teilnehmen möchte, sollte zusätzlich auch montags in die Trainings kommen. Dafür ist eine Mitgliedschaft im TSG notwendig.